Todesflug Pan Am 103 – Das Rätsel von Lockerbie

  • Mittwoch, 11. Dezember 2013, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 11. Dezember 2013, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 16. Dezember 2013, 11:10 Uhr, SRF 1
Video «Todesflug Pan Am 103 - Das Rätsel von Lockerbie» abspielen
Video nicht mehr verfügbar

Am 26. November 2013 hätte Maria Lürbke ihren 50.Geburtstag gefeiert, doch Maria Lürbke ist seit 25 Jahren tot, sie starb am 22. Dezember 1988 an Bord eines Jumbos der amerikanischen Luftfahrtgesellschaft PanAm über dem schottischen Dorf Lockerbie.

Dieser Film veröffentlicht erstmals im deutschsprachigen Raum das letzte Interview mit dem angeblichen Attentäter. Aufgenommen am Krankenbett, wenige Tage vor seinem Tod. Kaum noch fähig zu sprechen, beschwört er ein letztes Mal seine Unschuld. Taktik? Lüge?

Auch zum Prozess selbst, der zur Verurteilung Megrahis führte, werden die kritischen Stimmen immer lauter. Professor Hans Köchler, damals im Auftrag der Vereinten Nationen Prozessbeobachter, zweifelt an einem ordnungsgemässen Verfahren. Eine offizielle schottische Untersuchungskommission, die das Gerichtsverfahren zwischenzeitlich kritisch beleuchtete spricht sogar von dem Verdacht auf Beweisfälschungen, manipulierten Kronzeugen und einem grossen «Justizirrtum»

Zeitzeugen, die jahrelang geschwiegen haben

Erstmals zu Wort kommt auch der britische Journalist John Ashton, der sich seit zwei Jahrzehnten mit dem Anschlag von Lockerbie beschäftigt und über Jahre auch zum Rechercheteam des Angeklagten Megrahi gehörte. Er berichtet von Ungereimtheiten, Spuren, die nicht untersucht wurden, Fragen, die offiziell nie gestellt wurden.

Die Autoren Christoph Caron und Carl-Ludwig Paeschke haben dazu Zeitzeugen gefunden, die oft jahrelang geschwiegen haben und deren Aussagen auf eine Spur führen, die die offiziellen Ermittlungen schon sehr früh vernachlässigt haben – der Iran: Der ehemalige iranische Geheimdienstmann und Überläufer Abolghassem Mesbahi bestätigt, dass der Anschlag ein Racheakt auf Befehl Khomeinis gewesen sei. Sechs Monate vor dem Anschlag von Lockerbie hatte ein US-Kriegsschiff ein iranisches Passagierflugzeug mit 290 Pilgern an Bord abgeschossen.

Wer war der Auftraggeber - Iran oder Libyen?

Erstmals zum Anschlag äussern sich vor der Kamera zwei Palästinenser, die 1988 in führenden Positionen waren: Abu Bassam Sharif, ein enger Mitarbeiter Arafats berichtet erstmals von einer geheimen Studie, die die PLO zum Attentat erstellte. Das Ergebnis: der Iran war der Auftraggeber. Die Amerikaner, die man unterrichtet habe, wollten aber davon nichts wissen: «Es war, als ob sie den Bericht in eine Schublade gesteckt und abgeschlossen hätten», erinnert er sich.

Abu Bakr dagegen, damals Sprecher des palästinensischen Terroristen Abu Nidal, ist überzeugt: «Die Operation ist von A bis Z dem libyschen Regime zuzuschreiben!» Und Abu Nidal habe sich gebrüstet: «Jeder andere, der behauptet, das Attentat ausgeführt zu haben, lügt! Diese Operation gehört uns!» Also war Gadaffi doch der Auftraggeber?

Wer hatte welche Interessen am Attentat?

Die Autoren, die sich seit Jahren mit dem Attentat beschäftigen, stellen fest, dass auf jede Antwort, ungezählte neue Fragen folgen, denen Sie mit Experten auf den Grund gehen. Wie und wo kam die Bombe an Bord? Wie war so ein verheerender Anschlag überhaupt möglich? Sollte die Maschine wirklich über Land explodieren oder war der Anschlag über dem Atlantik geplant? Wer hatte welche Interessen am Attentat? Welche Hintergründe spielten im Prozess eine Rolle?

Der Anschlag von Lockerbie gibt auch nach 25 Jahren weiterhin Rätsel auf – unerträgliche Rätsel bis heute für die Hinterbliebenen. Ulla, die Schwester von Maria Lürbke formuliert es so:«Wir haben ein Recht auf Antworten!»