Wir sind Demokratie

  • Mittwoch, 8. Januar 2014, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 8. Januar 2014, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 13. Januar 2014, 11:15 Uhr, SRF 1
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Von Ägypten bis an den Persischen Golf, von Madrid bis Reykjavík – neue, junge Protestbewegungen prägen und verändern das moderne Leben. Mithilfe sozialer Medien ist Kommunikation und Interaktion viel schneller geworden.

Der öffentliche Raum wird als neue Polis genutzt. Menschen auf Plätzen und Strassen versammeln sich. Sie erheben ihre Stimme. Sie wollen mehr: mehr Vertrauen in die Politik, mehr Mitbestimmung, mehr Selbstbestimmung, mehr Demokratie. Trotz regionaler Unterschiede werfen die jungen Protestbewegungen Fragen auf, die alle betreffen: Welches ist die Demokratie der Zukunft? Hat die heutige Form noch eine Chance? Vor allem aber: Wie wollen die Menschen in Zukunft leben?

Autor Eric Brinkmann wird selbst bald Vater und fragt sich darum im Moment sehr stark, welche Welt er seinem Kind zeigen und hinterlassen will. Sein Film «Wir sind Demokratie!» träumt auch ein bisschen von der Zukunft und begibt sich auf eine Reise durch Europa zu jungen, alternativen Bewegungen und Ideen in der Praxis – konkret und emotional: nach Spanien, wo mit der Protestbewegung «15M» am 15. Mai 2011 alles begann; nach Island, wo nach der harschen Finanzkrise der Punk-Musiker und Komiker Jón Gnarr mit seiner «Besten Partei» das Reykjavíker Rathaus erobert hat; in die Schweiz, wo mit den «KaosPilots» neue Führungskräfte als soziale Entrepreneurs heranwachsen; nach Österreich, wo der Globalisierungskritiker Christian Felber mit seiner «Gemeinwohl-Ökonomie» das kapitalistische Wirtschaftssystem auf den Kopf stellt; zu unterschiedlichen Orten in Deutschland, an denen Alternativen präsentiert und erprobt werden – mit Marina Weisband, der einstigen Ikone der Piratenpartei, Harald Welzers «Stiftung Futurzwei» und dem bürgerschaftlichen Projekt «Nexthamburg».

Wie gut funktionieren die neuen Ideen bereits, wo sind sie noch nicht ausgereift, und wie können sie eine mögliche, zukünftige «Demokratie plus» bereichern? Hinaus aus der Krise, hinein in eine tragfähigere Gesellschaft, in der sich vielleicht nicht nur die gegenwärtige, in die Jahre gekommene Demokratie der Volksvertreter, sondern jeder einzelne verändern muss? Ist die heutige Form der Demokratie am Ende? Oder hört das Experiment Demokratie niemals auf? In welche Richtung geht es, und welche Kräfte müssten die Menschen es weiterentwickeln. Wer, wenn nicht alle Menschen, sind Demokratie?