50 Jahre Unglück Mattmark – ein Stück Schweizer Zeitgeschichte

Am 30. August 1965 löste sich eine riesige Eislawine vom Allalingletscher im Kanton Wallis. Mit ungeheurer Wucht stürzte sie auf die Baracken der Staudammbaustelle Mattmark oberhalb von Saas Almagell und begrub 88 Arbeiter Keiner kam lebend davon. nnn nnnn

Soldaten und Polizisten tragen zugedeckte Leichen über ein Schneebrett.
Bildlegende: Soldaten und ein Polizist bergen ein Opfer auf dem zerstörten Barackenlager der Baustelle des Mattmarkstausees nach dem Niedergang einer Eislawine am 30. August 1965. Keystone

88 Tote - so viele Opfer gab es es im 20. Jahrhundert bei keiner anderen Baustelle in der Schweiz. Der «Doppelpunkt» geht der Frage nach, was damals geschah, wie Angehörige damit umgingen und ob das Unglück hätte vermieden werden können. nnn nnnn

Ein Stück Schweizer Zeitgeschichte

Das Unglück bei Mattmark warf hohe Wellen bis ins Ausland und versetzte der Technikgläubigkeit der damaligen Zeit einen Dämpfer. Die meisten der Opfer stammten aus Italien. Ausgerechnet die Migranten, die in grosser Zahl in der Schweiz arbeiteten, waren in dieser Zeit mehr und mehr Ziel der Fremdenfeindlichkeit gewesen.

Hätte die Katastrophe verhindert werden können?

Eine neue Studie stellt zum ersten Mal umfassend die Zusammenhänge der Katastrophe dar. Die Bauleitung wurde damals von aller Schuld am Unglück freigesprochen. Die Autoren der Studie sehen dies differenzierter. Die Katastrophe hätte möglicherweise verhindert werden können.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Jürg Oehninger