Bewegung hilft – ein Plädoyer für ein bewegtes Leben

Zweieinhalb Stunden Bewegung pro Woche bei mittlerer Intensität. Das empfehlen die Bundesämter für Gesundheit und für Sport als gesundheitswirksame Bewegung. Das tönt nicht nach viel. Trotzdem macht uns der Vorsatz «mehr Bewegung» Jahr für Jahr Mühe. Dabei würde sich unser Körper dafür bedanken.

Seniorin in Therapie mit Pflegerin.
Bildlegende: Kinder und Senioren fordern und fördern sich im Generationenhaus Neubad in Basel gegenseitig. SRF

«Den Kindern zuzuschauen ist schön. Sie hüpfen und springen. Wir würden das auch gerne tun, wir können es aber nicht mehr», die 91jährige Helen Wyss tönt fast etwas traurig.

Stürze kosten drei Milliarden Franken

Im Generationenhaus Neubad in Basel sind sowohl Senioren zu Hause, wie auch ein Kinderhort. Jeden Morgen treffen sich die beiden Generationen zu einer Bewegungs- und Begegnungslandschaft. Matten, Bälle, Trampolins und Spielzeug animieren Jung und Alt zum Bewegen und fördern bei beiden die Standsicherheit.

Die Sturzprävention ist nicht nur für die Gesundheit jedes einzelnen wichtig. Auch die öffentliche Hand sollte daran interessiert sein. Kosten die Stürze im Alltag in der Schweiz pro Jahr doch rund drei Milliarden Franken.

Die Hälfte der Kraft als Geschenk

Dass man im Alter schwächer wird und Muskeln abbaut, ist klar. «50 Prozent der Muskelkraft, die man ab 50 Jahren verliert, müsste man jedoch nicht verlieren, wenn man trainieren würde», sagt der Biologe und Sportwissenschaftler am Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Basel, Lukas Zahner.

Innovative Fitnesscenter bieten deshalb extra Gruppenlektionen für Senioren an, damit ältere Leute im Fitnesscenter nicht nur die Muskeln stärken, sondern auch Gleichgesinnte finden und Spass haben.

Späte Erkenntnis

«Nach einem Kurzschluss im Gehirn war meine linke Körperseite innerhalb einer Woche komplett gelähmt.» Vor 10 Jahren erlitt Adrian Wegmüller einen einmaligen MS-Schub, eine Entzündung im Gehirn. Mit der darauffolgenden Lähmung musste er plötzlich geliebte Hobbies und Aufgaben aufgeben: Guggenmusik, Feuerwehr, Motorrad fahren, der Job.

Da seine Lähmung ihren Ursprung jedoch im Gehirn hat, hat Adrian Wegmüller in diesen Jahren wieder gelernt zu gehen, Auto zu fahren und selbständig zu leben. Denn: Das Gehirn ist bis ins hohe Alter trainierbar und lernfähig. Ist eine Stelle kaputt, findet es einen Weg, diese zu umgehen. Die Bewegung ist dabei das effektivste Trainingsmittel.

Redaktion: Brigitte Wenger