Die Spanische Grippe steckte 1918 die halbe Schweiz ins Bett

Von der Spanischen Grippe betroffen war auch die Schweiz, mit vielen Grippekranken und etlichen Grippetoten. Weltweit, so schätzt man, forderte die Spanische Grippe 100 Millionen Menschenleben; mehr als die beiden Weltkriege zusammen. Denn zur Grippe hinzu kam oft ein Infekt mit tödlichem Ausgang.

Ein Saal mit Spitalbetten und kranken Menschen
Bildlegende: Die Spanische Grippe war eine Pandemie. Bild: Notspital in Kansas (USA) Keystone

Die westliche Welt stand am Ende des Ersten Weltkriegs. Die europäischen Länder lagen wirtschaftlich am Boden. In der Schweiz gab es seit Jahren immer wieder kleinere und grössere Streiks. 1918, im Jahr der Spanischen Grippe, hielt der landesweite Generalstreik das Land in Atem.
Als Reaktion auf die grassierende Grippe wurden in der Schweiz grössere Menschenansammlungen teilweise verboten. Sogar an Bestattungen durfte nur noch ein eingeschränkter Kreis von Menschen – in erster Linie Angehörige – teilnehmen.

Spanien und die Spanische Grippe
Mit Spanien hat die «Spanische Grippe» nichts zu tun. Zwar erkrankte der spanische König Alfons und mit ihm ein paar Mitglieder seines Kabinetts, was auch die spanischen Zeitungen meldeten. Als neutrales Land zensurierte Spanien damals seine Presse nicht. Anders die kriegsführenden Staaten des Ersten Weltkriegs. Sie berichteten nicht über die Grippe im eigenen Land, sondern über die Grippe in Spanien, eben: die «Spanische Grippe».

Autor/in: Regula Zehnder