«Dumme Cheib, du muesch doch s'Büürli spiele!»

Ruedi Walter würde am 10. Dezember 2016 100 Jahre alt. Der gebürtige Solothurner ist ein Phänomen. Seine Stücke und Lieder füllen noch heute Theatersäle. Für das Publikum bleibt Ruedi Walter ein Garant für besondere Emotionen, auch wenn das Original nicht mehr selber auf der Bühne steht.

Ruedi Walter auf der Bühne.
Bildlegende: Die Paraderolle: Ruedi Walter als Bauer Heiri in «Die kleine Niederdorfoper». Radio SRF1

Ruedi Walters wohl bekannteste Rolle ist die des Bauern Heiri im Musical «Die kleine Niederdorfoper». Dabei interessierte er sich vorerst für die Rolle des Gangsters. Im letzten Moment legte der Komponist Paul Burkhard sein Veto ein: «Du bisch en dumme Cheib, du muesch doch s'Büürli spiele. Wer singt denn meine Chansons?» zitiert Ruedi Walter diese Szene.

Von seiner Frau Irène Walter wird Ruedi als «Familienmensch» beschrieben. Das Leben an der Seite des Volksschauspielers konnte aber auch skurrile Züge annehmen. «Mitten in der Nacht klingelte das Telefon. Fans hatten gewettet, ob Ruedi Walter mit Margrit Rainer oder mit mir verheiratet war», erzählt die 76-Jährige.

Im Jubiläumsjahr lassen die Schauspieler Thomas Vetterli und Stefan Onitsch in einer Hommage Ruedis Schaffen nochmals aufleben. In einem abendfüllenden Programm spielen sie Szenen und singen Lieder, alles ohne Noten und Text. «Ruedi Walter begleitete uns schon als Kinder. Seine Werke sind so tief in uns drin, da sprudeln Texte und Emotionen aus uns heraus», sagt Thomas Vetterli beeindruckt.

Auch Schauspieler Erich Vock erzielte 2009 mit der Neuauflage der kleinen Niederdorfoper einen Grosserfolg. Dass er dabei als Bauer Heiri sofort mit Ruedi Walter verglichen wurde, machte ihn nicht ganz glücklich: «Schliesslich spielte ich nicht Ruedi Walter, sondern interpretierte die Theaterrolle.» Erich Vock zollt Ruedi Walter seinen grossen Respekt: «Ich glaube, für einen Schauspieler gibt es nichts grösseres, als wenn man unvergessen bleibt.»

Redaktion: Krispin Zimmermann