Ein Leben im Multipack – Mehrlinge erzählen

Wie ist es, als Vierling oder Drilling aufzuwachsen? Im «Doppelpunkt» reden erwachsene Vierlinge und ein eineiiger Drilling darüber, wie sie ihre Kindheit und Jugend erlebt haben.

Drillinge am Fenster.
Bildlegende: Aus dem Familienalbum: Die Bilder aus seiner Kindheit wecken in Werner Messmer nicht nur positive Erinnerungen. zvg

«Drilling zu sein, ist ein hart erkämpfter Vorteil», sagt Werner Messmer aus Zürich. 1951 ist er als einer von eineiigen Drillingen zur Welt gekommen. Heute ist er 65 Jahre alt und sieht besonders einem seiner Brüder noch immer zum Verwechseln ähnlich. 

Von einem Vorteil spricht er, weil seine Brüder eine Bereicherung im Leben seien. Hart erkämpft sei dieser Vorteil aber, weil: Er habe im Rückblick nicht nur gute Erinnerungen an seine Kindheit als Drilling. Fotos aus den Babyjahren erinnern ihn an einen Wurf Welpen, der eine der Brüder schien ihm zeitweise wie ein Schatten, der ihm stets folgte und in jungen Jahren litt er immer wieder darunter, verwechselt zu werden. Es war keine einfache Aufgabe, unter diesen Umständen die eigene Identität zu finden.

Konkurrenzkämpfe im Schnee

«Eine eigenständige Persönlichkeit zu entwickeln, ist für ein Kind aus evolutionspsychologischer Sicht elementar», sagt Geschwisterforscher Jürg Frick. Der Psychologe spricht sogar von einem «Menschenrecht auf die eigene Persönlichkeit». Würden Kinder nicht als Individuen behandelt, litten sie darunter.

40 Vierlingsgeburten hat der Bund seit 1969 erfasst. Die 12. Vierlinge der Schweiz sind Philipp, Isabelle, Michelle und Nicolas Schorer aus Bern. Heute sind sie 30 Jahre alt und sprechen über ihre Kindheit im Viererpack, über Verwechslungen und über Konkurrenzkämpfe auf der Skipiste.

Mehr über die Vierlinge Schorer lesen Sie in diesem Porträt.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Jessica Francis