Himlung Himal – Die grösste Schweizer Forschungsexpedition

Wer in extremen Höhen unterwegs ist, mutet seinem Körper einiges zu. Die aktuelle medizinische Auswertung von Hirnuntersuchungen bei den Testpersonen der grossen Himlung-Himal-Expedition von 2013 in Nepal zeigt: Nach dem Aufstieg auf über 7000 Meter hatten einige Testpersonen Blutungen im Hirn.

Ein Expeditionsteilnehmer mit Sauerstoffmaske
Bildlegende: Der Sauerstoffmangel ist gefährlich ZVG (Tommy Daetwyler)

Höhenbergsteigen wohl gefährlicher als angenommen

Zwar kam es zu keinen bleibenden Verletzungen des Hirngewebes und zu keinem Hirnsubstanzverlust, aber bei rund einem Drittel der Testpersonen kam es nach dem Aufstieg auf über 7000 Meter zu gefährlichen Blutungen im Hirn. Das hat Forscher und Probanden gleichermassen überrascht.

In der Sendung «Doppelpunkt» präsentiert der Berner Forscher und Höhenmediziner Tobias Merz vom Berner Inselspital die ersten Resultate der Hirnuntersuchungen. Gemäss dieser Erkenntnisse, schwebten im Himlung Himal mehrere Testpersonen in Lebensgefahr, ohne dass sie selber oder die Forscher und Ärzte dies bemerkt oder gewusst hätten. Alle Expeditionsmitglieder sind aber wieder gesund.

Die grösste Schweizer Forschungsexpedition

Im zweiten Teil der Sendung gibt Radiojournalist und Bergsteiger Tommy Dätwyler Einblick in den Verlauf der grössten Schweizer Forschungsexpedition, die Himalaya-Expedition am Himlung Himal. Er begleitete 2013 für Radio SRF 1 die beiden Probanden Brigitte Vogel (Lenzburg AG) und Gianin Müller (Gontenschwil AG) in Nepal. Nur einer der beiden hatte damals den über 7000 Meter hohen Gipfel tatsächlich erreicht.

Die vollständige Auswertung der medizinischen Daten - es sind rund 7000 Blutproben und mehrere Tausend Ultraschallaufnahmen und Leistungsprotokolle - wird noch Jahre dauern.

Moderation: Marietta Tomaschett, Redaktion: Tommy Daetwyler