Im Hanfdschungel zwischen Placebo und Wundermittel

CBD. Die drei Buchstaben klingen wie ein Zauberwort. Der Wirkstoff Cannabidiol ist ein Inhaltsstoff aus der Hanfblüte, der für Furore sorgt. Doch was steckt wirklich hinter diesem geheimnisvollen Wirkstoff? Wem nützt er und welche Bedenken sind angebracht?

Ein Halle, in der Cannabis gepflanzt wird. Eine Person steht in der Mitte des Feldes und erntet. Die Person trägt einen Schutzanzug.
Bildlegende: Im Thurgau wird Cannabis gepflanzt. Die Ernte wird für CBD-Produkte verwendet. Keystone

Hanf ist eine alte Kulturpflanze. Zum ersten Mal wird sie in einem chinesischen Text aus dem Jahr 2037 vor Christus erwähnt. Fasern, Samen, Blüten – alle Pflanzenteile dienen dem Menschen. Doch die Powerpflanze hat ein Handicap: Sie trägt das Stigma Kifferdroge, die die Jugend schädigt.

Seit 2011 kommen in der Schweiz viele neue Hanfprodukte auf den Markt. Hanfblüten, die weniger als 1% des berauschenden Wirkstoffes THC beinhalten, dafür aber umso mehr CBD, kann jede und jeder in der Schweiz legal kaufen wie auch CBD-Tropfen, Extrakte und weitere CBD-Produkte.

Der Pflanzenwirkstoff CBD hat keine berauschende Wirkung, er ist zugelassen. Dem Cannabidiol (CBD) werden wunderbare Eigenschaften nachgesagt: Er soll den Schlaf fördern, bei Epilepsie helfen und Schmerzen lindern, um nur einige zu nennen.

Die einen rauchen Hanfblüten oder –Zigaretten mit viel CBD zum Vergnügen, andere versprechen sich vom CBD Linderung von Beschwerden. Doch Cannabidiol ist in der Schweiz als Heilmittel nicht anerkannt.

Dieser Umstand führt uns in den Hanfdschungel, ins Wirrwarr verschiedener Gesetze und Bestimmungen, ins Labyrinth von Behörden und Zuständigkeiten, in ein Argumentationsfeuer von Skeptikern und Bewunderern. Und in einen grossen Graubereich.

Der «Doppelpunkt» schlägt sich einen Weg durch den Hanfdschungel und zeigt die Möglichkeiten und Grenzen der neuen legalen Hanfprodukte auf.

Autor/in: Yvonn Scherrer