Krieg und Folter: «Vergessen kann man das nicht»

Wer Folter oder andere Gräueltaten im Krieg erlebt hat, führt nie mehr ein unbeschwertes Leben. Diese Erfahrung machen viele Flüchtlinge, die in der Schweiz Zuflucht suchen. Im Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer bekommen sie Hilfe.

Ein Ring aus Stacheldraht vor grauem Hintergrund.
Bildlegende: Kriegs- und Foltererlebnisse können den Alltag schwer belasten, aber man kann damit leben lernen. Keystone

Das Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer in Zürich ist eine gefragte Adresse: Die Wartezeit für Hilfesuchende ist unglaublich lang. Sie beträgt zeitweise mehr als ein Jahr – eine unendlich lange Zeit für Menschen, die grosses Leid erlebt haben. An Körper und Seele verletzt, sind sie aus Kriegs- oder Krisengebieten geflüchtet.

Schilderung von Abgründen

Einer davon ist Hasan, der seinen vollen Namen aus Angst vor Verfolgung nicht nennen will. Der türkische Kurde erzählt im «Doppelpunkt», wie er vor vielen Jahren als junger Mann verhaftet, verschleppt und gefoltert wurde und anschliessend zehn Jahre im Gefängnis verbrachte. Nach seiner Freilassung flüchtete er in die Schweiz. Ein normales Leben wird der 44-Jährige nie mehr führen. Seine Schilderungen widerspiegeln Abgründe.

Bei Granatenangriff schwer verletzt

Auch Sabri Aliu aus dem Kosovo hat gelitten. Als Kämpfer in der Befreiungsarmee wurde er bei einem Granatenangriff schwer verletzt. Sein Kriegstrauma, das er dabei erlitten hat, konnte er soweit überwinden, dass es ihn nicht mehr täglich belastet. Er sagt: «Vergessen kann man das nicht. Die Zeit zurückdrehen geht auch nicht. Man muss vorwärts schauen.» 

Zerrüttete Seelen

Der «Doppelpunkt» taucht ein in die Geschichten von zerrütteten Seelen. Ein Besuch im Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer in Zürich zeigt, wie komplex die Probleme sind.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Rebekka Haefeli