Marthe Gosteli - Kämpferin und Pionierin (1917-2017)

Marthe Gosteli war eine Vorkämpferin der schweizerischen Frauenbewegung und ihr Leben geprägt von Engagement und Pioniergeist. Am 7. April 2017 starb sie in ihrem hundertsten Lebensjahr. Schweizer Radio SRF lässt ihr Leben und Wirken Revue passieren.

Porträt von Marthe Gosteli.
Bildlegende: Schon ihre Mutter hatte sich mit der Gleichberechtigung der Frauen beschäftigt. Keystone / Alessandro della Valle

Marthe Gosteli wurde am 22. Dezember 1917 auf einem Bauernhof in Worblaufen bei Bern geboren. Als Kind half sie tatkräftig mit. Während des Zweiten Weltkriegs übernahm sie viele Aufgaben gleichzeitig.

Erfolgreicher Kampf für Gleichberechtigung
In den stürmischen 60er Jahren kämpfte sie an vorderster Front für die Gleichberechtigung der Frau und erlebte die Abstimmung über das Frauenstimmrecht 1971 hautnah mit.
Nach vielen Jahren, die ihre Kräfte gefordert hatten, zog sie sich in den 70er Jahren zurück und machte ihr Hobby, das Reiten, zum Beruf. Sie baute in Pionierarbeit ein Zentrum für therapeutisches Reiten auf.
In den 80er Jahren, schon weit über 60jährig, nahm Marthe Gosteli noch einmal eine neue Herausforderung an. Sie gründete mit der Gosteli-Stiftung das «Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung», und rettet Tausende von historischen Dokumenten zur Frauenbewegung vor deren Entsorgung.

Lebenslanges Engagement
Die Privatperson Marthe Gosteli liess sich nie von der politisch aktiven Bürgerin trennen. Selbst beim Smalltalk mit ihr kam man unweigerlich zu Fragen die Gesellschaft betreffend. Die bürgerliche Frauenrechtlerin Marthe Gosteli kämpfte in den 1950er Jahren an vorderster Front für das Frauenstimmrecht. Die Schweiz verdankt ihr aber auch den Erhalt des historischen Erbes der Schweizer Frauenbewegung.

Ausschnitte aus der Sendung «Menschen und Horizonte» von 2009 sowie von «Tagesgespräch» von 2011.

Buchtipp: Rogger, Franziska: Marthe Gosteli - Wie sie den Schweizerinnen ihre Geschichte rettete. Stämpfli Verlag. Bern 2017.

Autor/in: Cornelia Bütler, Susanne Brunner und Jürg Oehninger, Moderation: Reto Scherrer, Redaktion: Jürg Oehninger