Podium zur Initiative «Für eine vernünftige Hanf-Politik»

Es ist in der Schweiz zwar verboten, trotzdem wird regelmässig gekifft. Die so genannte «Hanf-Initiative» will den Konsum und Besitz von Hanf zum Eigengebrauch nun legalisieren. Ein längst überfälliger Schritt oder fahrlässige Gefährdung der Volksgesundheit?

Über diese Fragen streiten Befürworter und Gegner der Initiative an einer öffentlichen Podiumsdiskussion:

Gemäss Geri Müller (Grüne, pro) ist es nicht einsichtig, dass der Hanf-Konsum illegal sein soll, Tabak- und Alkohol-Konsum aber erlaubt sind. Es brauche hier endlich eine Anpassung des Gesetzes.

Evi Allemann (SP, pro) argumentiert, dass die Initiative eine kontrollierte Legalisierung vorsehe, die auch Präventions- und Schutzmassnahmen, etwa für Jugendliche, vorschreibe. Solche Regelungen seien längst überfällig.

Christian Wasserfallen (FDP, kontra) argumentiert, dass mit der Hanf-Legalisierung eine ganze Ladung neuer Gesetze nötig würden, etwa eines, welches das Fahren unter Einfluss von Hanf regeln würde.

Ida Glanzmann (CVP, kontra) sagt, ihre Partei sei zwar prinzipiell eher gegen Verbote. Beim Hanf gehe der Schutz der Jugend aber vor, deshalb müsse der Hanf-Konsum verboten bleiben.

Der Schauspieler Patrick Frey (pro) sagt, der Konsum von Drogen, auch von Alkohol oder Tabak, habe seine positiven Seiten, etwa Entspannung und Öffnung des geistigen Horizontes. Das dürfe nicht a priori verboten werden.

Professor Dr. Pharm. Rudolf Brenneisen (Universität Bern), betont, Hanf sei keine harte Droge, nicht vergleichbar mit Heroin oder Kokain. Rein wissenschaftlich sei der Hanf-Konsum keineswegs generell gefährlicher oder schädlicher als etwa das Rauchen oder der Konsum von Alkohol.

Daniel Beutler, Arzt und Co-Präsident des Dachverbands einer abstinenzorientierten Drogenpolitik, war in früheren Jahren selber starker Hanf-Konsument, hat dadurch gemäss eigenen Aussagen eine Psychose durchgemacht, was er niemandem zumuten möchte. Deshalb ist er nun gegen eine Legalisierung von Hanf.

Sandra Rieser-Liebi, Lehrerin und Thuner SVP-Stadträtin (kontra), wehrt sich gegen jede Verharmlosung des Hanf-Wirkstoffes THC. 

Die Diskussion fand im Cafe Bar Mokka in Thun statt.

Moderation: Philipp Burkhardt / Alexander Sautter