«Spenden ist vor allem eine emotionale Handlung»

Die meisten Menschen spenden aus einem Bauchgefühl heraus, sagt Philanthrop Georg von Schnurbein. Vor allem bei Spendenaufrufen nach einer Katastrophe. Die wenigsten wägen dann ihre Spende genaustens ab. Ist die Spende erst einmal getätigt, entsteht dadurch ein gutes Gefühl für den Geber.

Jemand reicht einem anderen eine Schüssel mit Suppe.
Bildlegende: Suppen-Aktion der Schweizer Tafeln. Die eingegangenen Spendengelder kommen armutsbetroffenen Menschen zu. Keystone

Kein Altruismus ohne Egoismus

Nicht selten spenden Menschen bei einer Katastrophe unbewusst aus der Hoffnung heraus, dass ihnen in einer ähnlichen Schicksalslage ebenfalls geholfen wird, erklärt Professor Georg von Schnurbein von der Universität Basel. Für ihn gibt es keinen Altruismus ohne Egoismus.

Bei der Auswahl der Organisation steht der eigene Bezug im Vordergrund. Wer Kinder hat, spendet eher für Kinderhilfswerke, wer in seinem Umfeld kranke Menschen hat, spendet zum Beispiel eher der Krebsliga.

Spendenfreudige Schweizer

Im Jahr 2013 betrug das private Spendenvolumen der Schweizer Bevölkerung 1,7 Milliarden Franken. Das ist viel Geld und zeigt deutlich, weshalb die Schweiz den Spitzenplatz als spendenfreudigstes Land beleget.

Dass es so bleibt bedeutet für Spendenorganisationen viel Arbeit. Sie müssen ihren treuen Spenderkreis pflegen und um neue Spenderinnen und Spender werben. Wie das geht, zeigen Fundraiser des Schweizerischen Roten Kreuzes und Helvetas Swiss Intercooperation auf.

Bilder animieren zum Spenden

Zudem erklärt ein Experte im «Doppelpunkt» den Zusammenhang zwischen Spenden und Medienberichterstattung über eine Katastrophe. Berichten Medien kaum oder mit wenig Bildern, hat das auch Auswirkungen auf das Spendenvolumen.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Ladina Spiess