Wir konsumieren, die Industrie produziert, die Umwelt leidet

Bis ins Jahr 2050 wird die globale Industrieproduktion um den Faktor vier zunehmen. Es gibt mehr Leute, mehr Wohlstand, mehr Konsum und diese Güter müssen produziert werden. Gleichzeitig werden die Rohstoffe, die es dafür braucht, weniger. Mehr Produkte aus weniger Quellen. Wie kann das gehen?

Rauchende Kamine eines Stahlwerks in Deutschland und ein Truck in einer Eisenerzmine in Australien.
Bildlegende: Verschmutzte Luft, Gewässer und Böden gehören in der Schweiz fast der Vergangenheit an, dafür bauen wir fleissig Bodenschätze ab: Ein Stahlwerk in Deutschland und ein Eisenerzwerk in Australien. Keystone

Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz, Ökodesign. Das sind nur drei von vielen Schlagwörter der effizienten, nachhaltigen, intelligenten oder grünen Industrie – oder wie auch immer man diesen Wirtschaftszweig der Zukunft nennen will.

Wir brauchen Reserven an
Das Prinzip ist einfach: So effizient und sparsam jeder gute Hausmann und jede erfolgreiche Ökonomin mit dem Geld umgeht, so effizient und sparsam sollten wir auch mit der Umwelt umgehen. Dabei geht es nicht nur um Energie, Abgase, Abwasser und Abfälle, sondern auch um unser knappstes Gut: die Rohstoffe, wie Boden, Metalle, Wasser oder organisches Material.

«Wir sind schon an einem Punkt, wo wir unsere eigenen Reserven anbrauchen», sagt Bruno Oberle, Professor für grüne Wirtschaft an der EPFL, der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne, und ehemaliger Direktor des Bundesamtes für Umwelt, «dass diese Rechnung nicht aufgehen kann, wird früher oder später jedem von uns bewusst werden.»

Wobei je früher, desto besser wäre. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für eine innovative und fortschrittliche Schweizer Wirtschaft. Die Schweiz bringt alle Voraussetzungen mit, als Erste ressourcenschonende Technologien auf den Markt zu bringen – und diese danach nicht teuer einkaufen zu müssen.

Lieber vorsorgen statt aufräumen
Früher, seit der Industrialisierung bis heute, waren die Umweltprobleme, mit denen die Industrie zu kämpfen hatte, noch andere. Zuerst noch unbemerkt gelangten zum Teil giftige Stoffe und menschgemachte Emissionen in die Luft, das Wasser und den Boden. Mit dem Aufkommen des Umweltbewusstseins und dem Inkrafttreten der entsprechenden Gesetze konnten viele davon rückgängig gemacht werden – wenn auch mit viel Aufwand und viel Geld.

Die Sendung «Doppelpunkt» blendet zurück in die Probleme der Vergangenheit und nach vorne in die neuen Herausforderungen der Zukunft und stellt sich die Frage, wie eine wirtschaftliche Industrie und eine gesunde Umwelt zusammen existieren könnten.

Denn die gesunde Umwelt ist nicht nur schön anzusehen, sie ist unsere Lebensgrundlage und für unsere Gesundheit unverzichtbar.

Redaktion: Brigitte Wenger