Bahnkgeheimnis wird gelockert

  • Freitag, 13. März 2009, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 13. März 2009, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Freitag, 13. März 2009, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Der Bundesrat übernimmt die Regelung der OECD bei Steuerdelikten. Damit wird das Bankgeheimnis für Kunden, die im Ausland steuerpflichtig sind, gelockert.

Weitere Themen:

Die Politik reagiert unterschiedlich: Es ist von «Schritt in die richtige Richtung» bis hin zu «Verrat an Bürgern und Bankkunden» die Rede.

EU und OECD begrüssen die angekündigte Lockerung des Bankgeheimnisses in Österreich, Belgien, Luxemburg und der Schweiz.

Beiträge

  • Schweiz lenkt beim Bankgeheimnis ein

    Die Schweiz lockert das Bankgeheimnis: Sie übernimmt den OECD-Standard bei der Amtshilfe in Steuersachen. Gemäss Bundesrat wird der Informationsaustausch im Einzelfall auf konkrete und begründete Anfragen mit anderen Ländern ausgebaut.

    Monika Zumbrunn

  • Amtshilfe bei berechtigtem Verdacht

    Steuerdelikte werden nicht mehr durch das Bankgeheimnis geschützt, weder in der Schweiz noch in Luxemburg, Belgien oder in Österreich.

    Die Schweiz wird gemäss Bundesrat nur auf Anfrage bei begründeten Steuerdelikten Auskunft geben. Das Bankgeheimnis gelte weiterhin unverändert für alle Bankkunden mit Steuersitz in der Schweiz.

    Philipp Burkhardt

  • Schweiz gibt internationalem Druck nach

    Innerhalb weniger Tage haben zahlreiche Länder dem Internationalen Druck nachgegeben. Neben der Schweiz haben auch Österreich, Belgien, Luxemburg sowie Liechtenstein angekündigt, die OECD-Standards übernehmen zu wollen. 

    Diese Länder wollen vermeiden auf eine Schwarze Liste der Steuerparadiese zu geraten. Offenbar hat die OECD bereits am 5. März einen Entwurf einer solcher Liste gemacht.

    Pascal Krauthamer

  • Politik reagiert uneinheitlich

    Der Entscheid des Bundesrats löst unterschiedliche Reaktionen: Es ist von «Schritt in die richtige Richtung» bis hin zu «Verrat an Bürgern und Bankkunden» die Rede.

    Die SP begrüsst die Lockerung des Bankgeheimnisses als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

    Laut der SVP hat der Bundesrat Bürger und Bankkunden verraten und sich mit seiner Angst vor einer Schwarzen Liste einmal mehr erpressen lassen.

    Für die CVP ist wichtig, dass für alle anderen Finanzplätze die gleichen Regeln gelten. Ansonsten sei eine solche Anpassung inakzeptabel.

    Die FDP hat den Entscheid mit Vorbehalten zur Kenntnis genommen. Die Grünen bezeichnen den Schritt als total ungenügend.

    Marcel Jegge

  • Volk könnte auf Bankgeheimnis beharren

    National- und Ständerat dürften der Übernahme der OECD-Standards bei Steuerdelikten zustimmen, das Volks jedoch kaum, schätzt Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt. Die SVP hat bereits ein fakultatives Referendum angekündigt.

    Philipp Burkhardt

  • Schweizer Wirtschaft ist verhalten zufrieden

    Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und die Schweizerische Bankiervereinigung akzeptieren den gezielten Ausbau der Amtshilfe in Steuerfragen und begrüssen das klare Bekenntnis zum Bankgeheimnis.

    Der verstärkte Austausch von Steuerinformationen zwischen der Schweiz und ausländischen Staaten dürfe nicht zum automatischen Informationsaustausch führen, fordert der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

    Die Schweizerische Bankiervereinigung appellierte an die G20-Länder, «die entsprechenden Anpassungen rasch und umfassend vornehmen», damit die Konkurrenzfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes erhalten bleibe. Der Schweizerische Gewerbeverband fordert gleich lange Spiesse für die internationalen Finanzmärkte.

    Manuel Rentsch

  • Amman: Finanzplatz Schweiz braucht eine Strategie

    Das Bankgeheimnis ist für Wirtschaftsprofessor Manuel Amman noch nicht verloren. Die Hürden für ausländische Steuerbehörden, um Informationen zu erhalten seien noch immer hoch.

    Die EU werde aber weiter Druck machen, damit die Schweiz einem automatischen Informations-Austausch zustimmt. Es sei deshalb besonders wichtig, dass die Schweiz eine Strategie für den Finanzplatz erarbeitet, sagt Amman.

    Manuel Amman ist Dozent für das Finanzwesen an der Uni St.Gallen und er leitet dort das Institut für Banken und Finanzen.

    Casper Selg

  • Verhaltenes Lob aus dem Ausland

    Die EU zeigt sich erfreut über das Einlenken der Schweiz in Sachen Bankgeheimnis. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagt auch die OECD. Deutschland ist skeptisch und verlangt nicht nur Versprechen, sondern auch Taten.

    Was bedeutet dies für die Schweiz? Was für eine Strategie verfolgt der Bundesrat für den Finanzplatz Schweiz?

    Casper Selg stellt diese Fragen Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt und EU-Korrespondent Thomas Oberer.

  • Gespannte Ruhe auf Madagaskar

    Auf der grössten Insel Afrikas, Madagaskar, spitzt sich der Machtkampf zwischen dem gewählten Präsidenten und seinem Opponenten immer mehr zu.

    Der Präsident verschanzt sich in seinem Palast, nachdem sich ein Teil des Militärs von ihm abgewandt und Panzer in die Hauptstadt gebracht hat.

    Ruedi Küng

  • Paris soll urbaner werden

    Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will, dass die Hauptstadt seines Landes zu einer richtigen Grossstadt wird. Zehn Starcharchitekten haben im Auftrag von Sarkozy Projekte dafür geliefert.

    Die Stararchitekten, unter ihnen Jean Nouvel, Roland Castro und Richard Rogers, sehen die Zukunft Paris jenseits der Stadtgrenze in der Banlieue.

    Die einzelnen Entwürfe werden als Modelle von Mai an im Architekturmuseum in Paris ausgestellt sein.

    Philipp Scholkmann

  • Finanzplatz Schweiz braucht eine Strategie

    Das Bankgeheimnis ist für Wirtschaftsprofessor Manuel Amman noch nicht verloren. Die Hürden für ausländische Steuerbehörden, um Informationen zu erhalten seien noch immer hoch.

    Die EU werde aber weiter Druck machen, damit die Schweiz einem automatischen Informations-Austausch zustimmt. Es sei deshalb besonders wichtig, dass die Schweiz eine Strategie für den Finanzplatz erarbeitet, sagt Amman.

    Manuel Amman ist Dozent für das Finanzwesen an der Uni St.Gallen und er leitet dort das Institut für Banken und Finanzen.

    Casper Selg

Moderation: Casper Selg, Redaktion: Martin Durrer