Bundesrat hat Notfallpläne

  • Donnerstag, 9. Oktober 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 9. Oktober 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 9. Oktober 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Der Bundesrat würde den Konkurs einer der beiden Schweizer Grossbanken «mit Sicherheit verhindern». Dies sagte Bundesrätin Doris Leuthard im Tagesgespräch von Schweizer Radio DRS. Gleichzeitig warnte sie vor Aktionismus und Panik.

Weitere Themen:

Das 700-Milliarden-Rettungspaket der US-Regierung zeigt bis jetzt keine Wirkung.

Der Franzose Jean-Marie Gustave Le Clézio erhält den Literatur-Nobelpreis.

Papst Pius XII., der während und nach dem 2. Weltkrieg im Amt war, soll selig gesprochen werden.

Beiträge

  • Schweizer Börse sackt weiter ab

    Die Kurse an der Schweizer Börse SWX sind nach einer anfänglichen Erholung zum Schluss des Tages weiter abgestürzt. Der Index SMI schloss mit einem Minus von 4,52 Prozent auf 5798 Punkten.

    Das ist der tiefste Schlusskurs des SMI seit dem 29. April 2005. Für einmal wurde der SMI nicht nur durch die Bankwerte, sondern vor allem durch die Indexschwergewichte Nestlé, Novartis und Roche in den Keller gerissen.

    Philippe Ehrat

  • Wirtschaftsministerin Doris Leuthard.

    Notfallpläne sind vorbereitet

    Der Bundesrat würde einen Grossbanken-Konkurs in der Schweiz nicht zulassen. Dies sagte Wirtschaftsministerin Doris Leuthard im «Tagesgespräch».

    Die Gossbanken seien zu wichtig für die Schweiz und zu entscheidend für das Wirtschaftswachstum, als dass man sie Konkurs gehen lassen könnte. Es sei Aufgabe von Nationalbank, Bankenkommission und Bundesrat, darauf zu achten, wie man den Bankinstituten eine optimale Unterstützung bieten könne. Dies mit dem Ziel, dass die Schweiz nicht wie andere Staaten auch eingreifen müsse.

    Zum Inhalt der Notfallszenarien machte Leuthard keine Angaben. Die Wirtschafsministerin wollte sich auch nicht zu einem angeblichen Geheimplan mit der Europäischen Zentralbank äussern. Es gehe auch darum, nicht im Vornherein Panik zu verbreiten.

    Markus Mugglin

  • Wirkung des US-Notprogramms verpufft

    Das 700-Milliarden-Notpaket der US-Regierung zeigt bislang kaum Wirkung. Immer mehr Experten wollen das erwartet haben.

    Zu viele Fehler seien bei der Krisenbewältigung gemacht worden, meint etwa Dean Baker vom renommierten Center for Economic and Policy Research in Washington D.C. Er kritisiert die Bush-Wirtschaftspolitik seit Jahren. Seine Meinung ist bei der New York Times und der Washington Post so gefragt wie beim Atlantic Monthly oder der London Financial Times.

    Beat Soltermann

  • Eine grosse Krise der Globalisierung

    Die Finanzkrise bedeutet wohl einen Wendepunkt in der Finanzpolitik. Und am meisten betroffen sind die USA. Das hat Auswirkungen auch auf ihre politische Stärke.

    Neben den USA werden aber der ganze Westen, Russland oder auch die Schwellenländer geschwächt. Die Krise ist also eine riesige, globale Krise, in der niemand etwas gewinnt. Die Staaten könnten künftig versucht sein, sich tendenzeill eher von der Globalisierung zurückzuziehen.

    Die Frage an Politologe und Strategie-Experte Christoph Bertram: Die USA kämpfen gegen den finanziellen Kollaps, wie geschwächt sind sie auch politisch?

    Simone Fatzer

  • Franzose Le Clézio erhält Literatur-Nobelpreis

    Er ist Franzose, lebt in den USA und schreibt über die Nomaden Afrikas oder die Mayas in Zentralamerika. Mit Jean-Marie Gustave Le Clézio hat die Schwedische Akademie einen Wanderer zwischen den Kulturen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. 

    In Frankreich gilt er mit seiner klassisch einfachen, aber zugleich raffinierten und farbigen Schreibweise als einer der Meister zeitgenössischer frankophoner Literatur. Auch als Nobelpreisträger wurde er schon seit Jahren gehandelt, gehörte aber nie zu den Kronfavoriten.

    Felix Schneider

  • Papst Pius XIII wurde als Eugenio Pacelli geboren.

    Der umstrittene Pius XII. soll selig gesprochen werden

    In einer Messe zum 50. Todestag von Pius XII. hat ihn Papst Benedikt XVI. verteidigt. Er sprach im Gebet die Hoffnung aus, dass das Verfahren zur Heiligsprechung von Pius XII. einen glücklichen Fortgang habe.

    Pius war ein Papst in den schwierigen Kriegs- und Nachkriegszeiten von 1939 bis 1958. Seine Figur bleibt vieldiskutiert und umstritten. Es wurde ihm vorgeworfen, zur Verfolgung der Juden geschwiegen zu haben. Andere sagen, er habe getan, was er tun konnte.

    Rolf Pellegrini

  • Jacques Brel (Ausschnitt des Plattencovers von «Les Bourgeois»)

    Brel ist aktueller den je

    Vor 30 Jahren starb Jacques Brel. Er war einer der ganz grossen Belgier. Noch immer werden seine Chansons gespielt und von Slam-Poeten kopiert.

    Brel bleibt für sein Publikum einer der grössten Belgier aller Zeiten. Er war einer, der seine Meinung laut äusserte; und damit täte Brel seinem Land auch heute noch gut.

    Thomas Oberer

  • Tibeter sind auf Hilfe angewiesen.

    Das Los der Tibeter bleibt hart

    Die Olympischen Spiele in China sind vorbei, doch die erwartete Verbesserung der Menschenrechtslage bleibt aus, vor allem in Tibet.

    Seit dem Aufstand der Tibeter in Lhasa vom März dieses Jahres war es verdächtigt still. Inzwischen aber ist klar, dass die Repression gegen die Tibeter zugenommen hat und auch die Gespräche zwischen den Abgesandten des Dalai Lama und der chinesischen Regierung haben bislang keine Ergebnisse gebracht.

    Urs Morf / Hans Ineichen

Moderation: Simone Fatzer, Redaktion: Urs Bruderer