Eine historische Börsenwoche

  • Freitag, 10. Oktober 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 10. Oktober 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Freitag, 10. Oktober 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Die Aktienkurse stürzen seit Anfang der Woche weltweit ab. Am Freitag hat die Talfahrt einen weiteren Tiefpunkt erreicht.

Weitere Themen:

Island steht vor einer ungewissen Zukunft.

Die Gewerkschaft Unia hat ihren ersten Kongress abgehalten.

Die SBB wollen das Strassenmagazin «Surprise» aus den Bahnhöfen verbannen.

Beiträge

  • Hektik unter den Börsianern.

    Weltfinanzen verlieren ihr System

    Die Finanzkrise hat diese Woche ein dramatisches Ausmass erreicht. Rettungspakete, Finanzspritzen und Zinssenkungen konnten die Panik an den Börsen nicht verhindern.

    In Grossbritannien wurde diese Woche die Verstaatlichung von Banken verkündet, die EU-Finanzminister erhöhten den Einlegerschutz und stützten verschiedene Banken, schliesslich senkten die Zentralbanken koordiniert den Leitzins. All die Massnahmen konnten den Aktienkurs dennoch nicht stabilisieren.

    Historische Tiefstwerte

    Die Schweizer Börse schloss mit dem grössten Kurseinbruch seit 19 Jahren ab. Innert Wochenfrist verlor der Swiss Market Index 22,3 Prozent.

  • Aufgebrachte Bürgerinnen protestieren gegen Aufgebrachte Bürgerinnen protestieren in Reykjavik gegen Islands Finanzpolitik und fordern den Rücktritt des Zentralbankchefs.

    Island droht die grosse Krise

    Die Finanzkrise hat massive Konsequenzen für Island. Nachdem die letzte grosse Bank verstaatlicht worden ist und der Inselstaat vor dem Bankrott steht, fliesst das Geld nicht mehr.

    Nun hofft Island auf finanzielle Hilfe aus Russland. Die Regierung hatte diese Woche bereits drei Banken verstaatlicht. Die isländische Börse setzte am Donnerstag den gesamten Handel für den Rest der Woche aus. Der Kauf und Verkauf von Finanzaktien ist bereits seit Montag gestoppt.

    Viele Isländerinnen und Isländer werden ihren Arbeitsplatz und ihr Geld verlieren. Das ist erst der Beginn einer äusserst unsicheren Zukunft.

  • Ein Fall Island wäre in der Schweiz nicht möglich

    Die globale Finanzkrise wird sich auch auf die Schweiz auswirken. Sie dürften zwar grösser sein als bislang vermutet. Verwerfungen wie in Island sind aber nicht zu befürchten.

    Die Grossbanken stellten zwar ein Klumpenrisiko dar, wie Wirtschaftsexperte Markus Mugglin erklärt. Sie seien aber einer stärkeren Aufsicht unterstellt als die isländischen Banken es bisher waren. Zudem sei die Schweizer Wirtschaft breiter abgestützt und weniger abhängig von den Banken.

    Die Schweiz müsse nun verhindern, dass Bankkunden ihre Gleder abzögen. Dazu brauche es den Staat. Und hier gibt es laut Mugglin Nachholbedarf.

  • Ein arbeitsloser US-Wähler

    Die schwere Wirtschaftskrise in den USA wird das Wahlverhalten der Amerikanerinnen und Amerikaner bestimmen. Sechs Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos, viele müssen sich ganz neu orientieren.

    Jeden Tag verlieren in den USA 8000 amerikanische Familien ihr Haus. Ihre Steuergelder werden in horrenden Summen in die Löcher gesteckt, die die Finanzkrise bei Banken und Versicherungen aufreisst. Viele sind arbeitslos. Einer von ihnen ist Tracey Kelly.

    Max Akermann

  • Kühler Empfang für den Bundespräsidenten.

    Unia will Finanzindustrie an kurze Leine nehmen

    Die Gewerkschaft Unia hat an ihrem ersten Kongress wirksame Massnahmen gefordert, um die Finanzkrise zu bewältigen.

    Dies dürfe aber auf keinen Fall auf dem Buckel der kleinen Leute geschehen, heisst es in einer Resolution des Unia-Kongresses, der in Lugano stattfindet.

    Es brauche Lohnerhöhungen, eine Weiterbildungsoffensive und ein Impulsprogramm, um die reale Wirtschaft zu stärken. Die Finanzindustrie hingegen müsse an die kurze Leine genommen werden.

    Gastredner und Bundespräsident Pascal Couchepin wurde in Lugano frostig empfangen. Er erntete aber den längsten Applaus.

    Alexander Grass

  • Ahtisaari gibt eine Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Helsinki.

    Ahtisaari, Vater des unabhängigen Kosovo

    Der ehemalige finnische Präsident Martti Ahtisaari erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis für sein politisches Vermitteln bei Krisen, etwa in Kosovo.

    Schon mehrmals war Ahtisaari als Kandidat genannt worden. Jetzt hat er es geschafft. Das Nobel-Komitee in Oslo begründete seinen Entscheid mit dem «fast lebenslangen Einsatz Ahtisaaris als international herausragender Vermittler». Hervorgehoben wurde auch sein Engagement im Kosovo-Konflikt.

    Die internationale Politik hat überwiegend positiv reagiert. Die EU-Kommission, Deutschland und Frankreich gratulierten dem Preisträger. Kritik kommt hingegen von Russland. Ahtisaaris Tätigkeit habe unter anderem dazu geführt, dass sich Kosovo von Serbien abgespalten habe, kritisierte der russische Uno-Botschafter.

    Walter Müller

  • Menschen in prekären Lebensumständen gibt «Surprise» seit 1997 wieder eine Tagesstruktur und die Möglichkeit, etwas selbst zu verdienen.

    «Surprise» soll aus Bahnhöfen verschwinden

    Die «Surprise»-Verkäufer dürfen nächstes Jahr ihr Strassenmagazin nicht mehr in den Schweizer Bahnhöfen anbieten. Laut SBB ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

    Das Strassenmagazin befürchtet beträchtliche finanzielle Einbussen, wenn der Verkauf in den Bahnhöfen nicht mehr möglich wäre. Jedes vierte Heft werde in Bahnhöfen verkauft, hielt «Surprise» am Freitag fest. Zudem helfe die Präsenz in den Bahnhöfen, Spenden einzuholen.

    Die SBB wollten «Surprise» genauso wie anderen Organisationen keine Bewilligung für die Benützung des Bahnhofgrundes mehr erteilen, heisst es weiter. Dies werde mit einem Projekt «Kundenfreundliche Grossbahnhöfe» begründet.

    Alexander Sautter

  • Minuszeichen dominieren.

    Talfahrt geht ungebremst weiter

    Oliver Washington

Moderation: Simone Fatzer, Redaktion: Judith Huber