EU diskutiert über Massnahmen gegen Finanzkrise

  • Mittwoch, 15. Oktober 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 15. Oktober 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 15. Oktober 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

In Brüssel besprechen die Staats- und Regierungschefs der EU derzeit die von den 15 Euro-Ländern vorgeschlagenen Massnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise.

Weitere Themen:

Erklärungen zur teilweisen Verstaatlichung von US-Banken.

In Aserbeidschan wird gewählt.

Der türkische Justizminister hat sich bei den Eltern eines zu Tode Gefolterten entschuldigt.

Beiträge

  • EU-Krisengipfel in Brüssel

    Angesichts von Finanzkrise und Rezessionsangst will die EU an ihrem Gipfel in Brüssel Einigkeit demonstrieren. Die Massnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte sind weitgehend unbestritten. 

    EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und auch mehrere Staats- und Regierungschefs äusserten sich zu Beginn des EU-Gipfels zuversichtlich, dass die 27 EU-Staaten den von den Mitgliedstaaten der Euro-Zone vorgegebenen Plänen zur Stabilisierung der Finanzmärkte zustimmen werden.

    Diese gehen zurück auf den britischen Premier Gordon Brown. Sie sehen eine Mischung von Staats-Beteiligung an wankenen Banken und der Absicherung von Krediten der Banken untereinander vor. Das kostet zwar enorme Summen Geld, aber die Beruhigung an den Börsen Anfang Woche schien Brown Recht zu geben.

    Hans Ineichen

  • Kursverluste auch an der Schweizer Börse.

    Börse verliert 5,6 Prozent

    Nach zwei Tagen Kursfeuerwerk sind die Börsenwerte an der Schweizer Börse wieder gesunken. Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit 5,6 Prozent im Minus bei 5911 Punkten.

    Credit Suisse-Aktien, die an den beiden vorangegangenen Tagen um fast die Hälfte in die Höhe geschossen waren, gaben gut elf Prozent nach. ABB verlor mehr als zehn Prozent, und Holcim büsste neun Prozent ein. Unter starkem Verkaufsdruck standen auch die Luxusgüterkonzerne Richemont und Swatch Group mit Verlusten von etwa acht Prozent. UBS war 7,7 Prozent im Minus.

    Neben der Finanzkrise fürchten sich die Anleger vor allem vor einer weltweiten Rezession.

    Philip Meyer

  • Adam S. Posen

    Das Ende des unbändigen US-Kapitalismus

    Wer vor einem halben Jahr behauptet hätte, die USA werde demnächst den Finanz-Sektor teilweise Verstaatlichen, wäre wohl für verrückt erklärt worden. Nun aber ist es soweit.

    Die notabene republikanische Regierung in Washington verstaatlicht mehrere Banken teilweise. Nie mehr seit der Grossen Depression in den 1930er-Jahren wurde die Finanzindustrie derart in ihren Grundfesten erschüttert. Das wirft die Frage auf, wohin das US-Wirtschaftssystem driftet.

    Beat Soltermann

  • Ein Angestellter der Feintool International Holding in Lyss (BE).

    Industrie: Ungewisse mittelfristige Zukunft

    Die Schweizer Industrie ist derzeit noch ausgelastet. Aber was derzeit produziert wird, sind Aufträge aus der Vergangenheit.

    Wegen der Finanzkrise füllen sich die Auftragsbücher derzeit nur schleppend. Viele Kunden von Schweizer Firmen sind verunsichert und warten ab. Einen Blick in die Zukunft wagen die wenigsten. Eine Ausnahme ist die im Berner Seeland ansässige Feintool-Gruppe. Sie ist als Autozulieferer tätig.

    Dagmar Zumstein

  • Aserbaidschans Präsident Ilcham Alijew

    (Keine) Wahl in Aserbaidschan

    In Aserbaidschan ist ein neuer Staatspräsident gewählt worden. Dass der amtierende Präsident Ilcham Alijew  bestätigt wird, steht ausser Zweifel.

    Denn eine wirkliche Wahl hatten die 4,8 Millionen Bürger nicht: Von demokratischen Verhältnissen kann in Aserbaidschan keine Rede sein. Ein Beispiel: Während der Präsident mehr als 44 Prozent der gemessenen Sendezeit bekommen hat, erhielten andere Kandidaten nur 0,02 bis 1,5 Prozent, wie die Organisation Reporter ohne Grenzen berechnet hat.

    Dass die wenig demokratischen Verhältnisse international kaum Thema sind hängt mit der Rolle von Aserbaidschan als Gas- und Öl-Lieferant zusammen.

    Peter Gysling

  • Ankara gibt Folter zu

    Der türkische Justizminister hat bei den Eltern eines zu Tode Gefolterten «im Namen des Staates und der Regierung» um Vergebung gebeten. Das ist einmalig in der Geschichte der Türkei.

    Zugleich suspendierte die türkische Regierung nach dem mutmasslichen Foltertod eines Untersuchungshäftlings in Istanbul 19 Justizvollzugsbeamte vom Dienst.

    Türkische Menschenrechtler beklagen, dass Folter und Misshandlungen trotz der offiziellen «Null-Toleranz-Politik» der Regierung bei diesem Thema in der Türkei wieder zunähmen. Die Verbesserung der Menschenrechtslage war in den vergangenen Jahren eine der wichtigsten Pluspunkte für den EU-Beitrittsbewerber Türkei.

    Werner van Gent

  • Verzweifelte Haitianer ernähren sich von Lehm.

    Dramatische Situation in Haiti

    Haiti gehört zu den Ländern, die am stärksten unter den steigenden Nahrungsmittelpreisen zu leiden haben. Hinzu kommt nun noch die intensive Wirbelsturm-Saison.

    Nicht weniger als vier verheerende Wirbelstürme haben die Insel seit August getroffen, hunderte Menschen starben. Schuld an den hohen Opferzahlen sind vor allem die massiven Abholzungen der vergangenen  Jahrzehnte. Die Malaise in der haitianischen Landwirtschaft begann denn auch schon vor langer Zeit: Unter der Herrschaft von Diktator «Baby Doc» Duvalier.

    Daniel Voll

  • Kampf um den «Sunshine-State»

    Florida ist einer der wichtigsten Bundesstaaten beim Kampf um das Weisse Haus. Denn in Florida sind die Mehrheiten noch keineswegs klar.

    Vor acht Jahren waren es ganze 600 Stimmen und ein Urteil des Obersten Gerichts, die George Bush zum Präsidenten machten, indem Florida ihm zugeschlagen wurde. Deshalb werden sich die beiden Kandidaten in der Schlussphase des Wahlkampfs besonders um die dortigen Wähler und Wählerinnen bemühen.

    Peter Voegeli

Moderation: Hans Ineichen, Redaktion: Roman Fillinger