Kosovo wartet auf internationale Anerkennung

  • Montag, 18. Februar 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 18. Februar 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Montag, 18. Februar 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Afghanistan hat als erstes Land Kosovo als Staat anerkannt, die USA wollen bald folgen. Die EU-Ländern können sich nicht auf eine gemeinsame Erklärung einigen. Die Schweiz will warten.

Weitere Themen:

Serbien kündigt juristischen und wirtschaftlichen Widerstand gegen Kosovo an.

Die Parlamentswahlen in Pakistan verliefen friedlicher als erwartet.

Beiträge

  • In Belgrad protestierten Menschen gegen die Loslösung des Kosovo.

    Serbien orgainsiert Widerstand gegen Kosovo

     Unmittelbar nach der Unabhängigkeist-Erklärung Kosovos blieb es in Serbien erstaunlich ruhig. Ein Grüppchen von einigen hundert Menschen haben am Sonntag in der Hauptstadt demonstriert. Nun reagiert Serbien.

    Die serbische Regierung kündigt juristischen und diplomatischen Widerstand an. Die Kirche gedenkt der serbischen Minderheit in der abtrünnigen Provinz. Und einige tausend Serben und Serbinnen beklagen den Verlust der Heimat ihrer Seele auf den Strassen Belgrads.

    Ivana Pribakovic

  • Kosovo bangt um offizielle Anerkennung

    Afghanistan anerkannte als erstes Land den Kosovo. US-Präsident George Bush erklärte, die Menschen in Kosovo seien jetzt unabhängig. Dies ist aber noch keine formelle Anerkennung.

    Im Uno-Sicherheitsrat, in der Europäischen Union oder der Nato bleiben Differenzen. Kosovo dürfte deshalb noch für längere Zeit ein völkerrechtlich problematisches Gebilde bleiben.

    Damit bleibt Kosovo die Mitgliedschaft in vielen internationalen Organisationen verwehrt.

    Fredy Gsteiger

  • Wie unabhängig ist Kosovo?

    Kosovo hat sich zwar für unabhängig erklärt, doch was beihaltet diese neue Freiheit? Wie unabhängig ist der Staat Kosovo?

    Casper Selgt stellte diese Frage Marie Jeanne Calic. Sie ist Professorin für Geschichte mit Spezialgebiet Südosteuropa an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und hat sowohl die UNO wie die EU in Fragen der Balkam-Politik beraten.

  • Schweizer Balanceakt in der Kosovo-Frage

    Die grossen Parteien in der Schweiz sind sich nicht einig, wie unser Land mit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo umgehen soll. Trotzdem lässt sich jetzt schon sagen: eine Mehrheit ist dafür, dass die Schweiz die Unabhängigkeit anerkennt.

    Die Schweiz soll zwar nicht zu den ersten Ländern gehören, aber sie soll den Kosovo anerkennen und gleichzeitig Serbien nicht ins Abseits stellen. Für die Schweizer Diplomatie beginnt damit ein heikler Balanceakt.

    Monika Binotto

  • Sicherheitsoffensive in Frankreichs Banlieues

    Mit einem aussergewöhnlich grossen Aufgebot nahm die französische Polizei am Montagmorgen im Pariser Vorort Villiers-le-Bel und zwei Nachbargemeinden insgesamt 33 Personen fest. Sie stehen im Verdacht, bei den gewaltsamen Unruhen im vergangenen November aktiv beteiligt gewesen zu sein.

    Im November wurden bei Konfrontationen mit Jugendlichen 119 Polizisten verletzt, fünf von ihnen schwer. Besonders gravierend war seinerzeit, dass dabei auch auf Polizeibeamte geschossen wurde. Präsident Nicolas Sarkozy hatte versprochen, er werde die Schuldigen vor Gericht stellen und exemplarisch verurteilen lassen.

    Rudolf Balmer

  • Pakistan hat ein neues Parlament gewählt

    Die Wahl in Pakistan verlief insgesamt relativ friedlich: Bei Zusammenstössen an verschiedenen Orten sind laut Medienberichten mehr als zehn Menschen getötet worden. Die befürchtete grosse Gewalt- und Terrorwelle blieb aber aus.

    Zurzeit werden in Pakistan die Stimmen gezählt. Es wird mit Unregelmässigkeiten gerechnet. Als Favorit gilt die Volkspartei PPP von Oppositionsführerin Benazir Bhutto, die vor knapp zwei Monaten ermordet wurde.

    Laut Umfragen muss die Pakistanische Muslim-Liga, die den umstrittenen Präsidenten Pervez Musharraf unterstützt, mit schweren Stimmeneinbussen rechnen.

    Sonderkorrespondent Ruedi Mäder

  • Verschwörungen um den Tod von Lady Di

    Seit fast 5 Monaten findet in London eine eigenartige Veranstaltung statt: Eine Art offizielle Leichenschau für Prinzessin Diana, die vor über zehn Jahren bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen war.

    Eine Nach-Untersuchung wurde notwendig, weil immer wieder von Unklarheiten und Unstimmigkeiten die Rede gewesen war. Die Quelle vieler Verschwörungstheorien, der ägyptische Warenhaus-Besitzer Mohamed al-Fayed, stand am Montag im Zeugenstand.

    Martin Alioth

  • EU-Aussenminister beraten über Unabhängigkeit Kosovos.

    Kosovo hofft auf die Unterstützung der EU

    Gut 24 Stunden nach der Ausrufung der Unabhängigkeit des Kosovo wartet die frühere serbische Provinz auf die völkerrechtliche Anerkennung. Die EU-Staaten sind in dieser Frage gespalten. Eine Mehrheit hat bereits angekündigt, den neuen Staat anerkennen zu wollen.

    Spanien hingegen lehnt eine Anerkennung ab mit der Begründung, die Unabhängigkeitserklärung verletze das Völkerrecht.

    Thomas Oberer

Moderation: Casper Selg, Redaktion: Anneliese Tenisch