Minarett-Verbot führt zu Diskussionen

  • Montag, 30. November 2009, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 30. November 2009, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Montag, 30. November 2009, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Nach dem Minarett-Verbot in der Schweiz sind die Reaktionen vielfältig. Die Uno prüft, ob ein Verstoss gegen die Menschenrechte vorliege, viele ausländische Poltiker kritisieren den Volksentscheid. Die Bundesräte versuchen, die Wogen zu glätten.

Weitere Themen:

Schweizer Wähler zur Frage, weshalb sie «ja» gestimmt haben.

Der Integrationsfachmann zu den Motiven.

Aussenministerin Calmy-Rey zu den weltweiten Reaktionen.

Der Philosoph Georg Kohler zur Schweiz und ihrem Selbstverständnis.

Zudem: Die Streitfrage zum Budget: sparen oder jetzt gerade nicht?

 

Beiträge

  • Aussenministerin Calmy-Rey versucht die Wogen zu glätten

    Seit der Annahme der Anti-Minarett-Initiative versucht die Aussenministerin die muslimische Welt zu beruhigen, am Nachmittag empfing sie eine Delegation der «Konferenz der Islamischen Staaten».

    Im Gespräch mit Schweizer Radio DRS warnt sie auch ausdrücklich vor einer Aufkündigung der Europäischen Menschenrechtskonvention, wie die SVP sie vorgeschlagen hat.

    Pascal Krauthammer

  • «Weshalb haben Sie ja gestimmt?»

    Wieso hat die Schweizer Bevölkerung  zu 57 Prozent einige Minarette verbieten wollen? Was haben sie mit ihrem Ja sagen wollen?

    Unsere Zentralschweiz-Korrespondentin hat in einer Passage im Luzerner Stadtzentrum Passantinnen und Passanten gefragt, warum sie ein Ja in die Urne gelegt haben.

    Miriam Eisner

  • Das Misstrauen kommt aus der Unkenntnis

    Thomas Kessler war elf Jahre lang Verantwortlicher für Integration in der Stadt Basel, heute ist er im Bereich Stadtentwicklung tätig. Er plädiert für verstärkte Integrationsmassnahmen mit klaren Zielen, Verantwortlichkeiten und Transparenz.

    Die Politik müsse die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen und Antworten liefern.

    Casper Selg

  • Direkte Demokratie zwingt zu intensiver Diskussion

    Es stellt sich die Frage, wo unser Land steht nach dem Minarett-Verbot. Georg Kohler ist Professor für politische Phhilosophie. Er kann dem Entscheid durchaus Positives abgewinnen: Nun müssten die vorherrschenden Ängste diskutiert und Lösungsansätze gesucht werden.

    Unser Land stehe vor tiefgreifenden politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.

    Casper Selg

  • Umsetzung des Minarett-Verbots bringt Probleme

    Eine Mehrheit der Staatsrechtler ist der Meinung, dass die Initiative nicht umgesetzt werden kann, ein Minarett-Verbot widerspreche den Menschenrechten. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Initiative vors Volk kommt und sich dann als kaum umsetzbar erweist.

    Auf politischer Ebene läuft bereits seit einiger Zeit eine Diskussion darüber, wie solches künftig verhindert werden kann.

    Oliver Washington

  • Budgetdiskussion im Nationalrat

    Soll der Staat in Zeiten der Wirtschaftskrise sparen oder möglichst Geld ausgeben? Darüber stritten heute Politikerinnen und Politiker des Nationalrates während der Budget-Debatte.

    Die einen warnten, die Schweiz könnte in eine Schuldenspirale geraten, wenn sie nicht entschieden spart. Die anderen fürchten, der erhoffte Konjunkturaufschwung würde gleich wieder abgewürgt, wenn der Bund zu früh spare.

    Barbara Widmer

  • Honduras hat neoliberal gewählt

    Ob mit der Wahl des konservativen Unternehmers Porfirio Lobo zum neuen Präsidenten von Honduras die monatelange Staatskrise  ausgestanden ist, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

    Klar sei aber jetzt schon, dass die Neoliberalen in ganz Latein-Amerika Morgenluft wittern, sagt ARD-Korrespondent Michael Castritius.

    Michael Castritius (ARD)

  • Nonna Bruna erzählt vom Frauenleben im Tessin

    Avegno ein kleiner Ort im unteren Teil des Maggiatals. Avegno, wo die alten Häuser noch mit Steinplatten gedeckt sind, die Strasse mit Steinen gepflastert. Wo die meisten Leute des Dorfes auswärts arbeiten gehen, im nahen Locarno.

    Eine Frau hat sich zurück erinnert, wie das früher war, mit der Arbeit. Sie erinnert sich an eine Zeit voller harter Landarbeit, als die Frauen als Lastenträgerinnen in den Bergen arbeiteten. Ihr Buch ist eines der seltenen schriftlichen Zeugnisse, die das Frauenleben in Alpentälern authentisch beschreiben.

    Das Buch ist in italienischer Sprache erschienen:Bruno Martinelli, «Fra le pieghe del tempo».Armando Dadò edtore Locarno.ISBN 978-88-8281-261-4

    Alexander Grass

Moderation: Casper Selg, Redaktion: Judith Huber