Neue Gewalt in Nahost

  • Donnerstag, 18. Dezember 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 18. Dezember 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 18. Dezember 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Kurz vor Ende der Waffenruhe für den Gazastreifen ist es erneut zu Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern gekommen.

Weitere Themen:

Das Uno-Kriegsverbrechertribunal hat den führenden Militär Theoneste Bagosora weggen des Völkermords in Rwanda zu lebenslanger Haft verurteilt.

An den Schweizer Schulen soll der Musikunterricht besser werden, fordert eine Volksinitiative.

Einer Amerikanerin wurde als erster Mensch der Welt ein fast komplettes Gesicht transplantiert.

Beiträge

  • Hamas erklärt die Waffenruhe mit Israel für beendet.

    Keine Waffenruhe für Gaza

    Kurz vor Ende der Waffenruhe für den Gazastreifen ist es wieder zu Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern gekommen. Hamas hat den Waffenstillstand offiziell für beendet erklärt.

    Gewalt und Gegengewalt
    Beide Seiten machen sich gegenseitig für das Scheitern der Waffenruhe verantwortlich. Im Süden Israels schlugen am Donnerstag erneut Raketen aus dem Palästinensergebiet ein. Die Geschosse haben laut der israelischen Armee keine Verletzten gefordert und auch keine Schäden angerichtet.

    Erst am Vortag waren 20 Raketen aus dem Gasastreifen auf Israel abgefeuert worden, von denen eine zwei Menschen in der Stadt Sderot verletzte. Die israelische Luftwaffe reagierte in der Nacht mit einem Angriff, wobei nach palästinensischen Angaben ein Mann getötet wurde.

    Iren Meier

  • Lebenslänglich für Rwandas Völkermörder

    14 Jahre nach dem Völkermord in Rwanda mit mindestens 800 000 Toten hat das Uno-Kriegsverbrechertribunal den führenden Militär Theoneste Bagosora als Hauptfigur zu lebenslanger Haft verurteilt.

    Zwei weitere Personen verurteilt

    Neben dem 67-jährigen Bagosora, dem einst starken Mann im rwandischen Verteidigungsministerium, erhielten zwei weitere Offiziere wegen ihrer Rolle bei den Gräueltaten 1994 lebenslänglich.

    Schlüsselfigur des Völkermords «Oberst Apokalypse», so Bagosoras Beiname, gilt als Drahtzieher des Völkermords. Das Tribunal in Tansania befand ihn sowie Major Aloys Ntabakuze und Oberst Anatole Nsengiyumva des Völkermordes, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen für schuldig. Ein ebenfalls angeklagter General, Gratien Kabiligi, wurde freigesprochen.

    Casper Selg

  • Uno-Chefankläger Serge Bammertz zieht Bilanz.

    Jugoslawien-Tribunal läuft Zeit davon

    Das Uno-Tribunal zur juristischen Aufarbeitung der Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien braucht laut des Chefanklägers Serge Brammertz mehr Zeit und Geld als bislang geplant.

    Verlängerung bis 2012 gefordert
    Selbst wenn die noch anstehenden Prozesse - darunter der gegen den einstigen Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic - in den kommenden Monaten begännen, sei es dem Tribunal kaum möglich, seine Arbeit vor 2012 zu beenden, zieht Brammertz nach einem Jahr als Chefankläger Bilanz.

    Uno-Sicherheitsrat entscheidet

    Darüber muss der Uno-Sicherheitsrat entscheiden. «Ich bin aber optimistisch, dass er einer Verlängerung des Mandats zustimmen wird. 2012 ist ein realistischeres Datum als 2010,» so Brammertz. Sonst könnte die Lage für den Gerichtshof «dramatisch» werden.

    Elsbeth Gugger

  • Musikalische Förderung soll in der Verfassung verankert werden.

    Musik soll gefördert werden

    Wenn der Bund Jugend und Sport fördert, dann soll er auch Kultur fördern, fordert die Volksinitiative «Jugend und Musik», die mit mit rund 154 000 Unterschriften eingereicht worden ist.

    Musikalische Förderung in Verfassung verankern
    Die Initiative will, dass Musik auf allen Schulstufen mit der gleichen Qualität unterrichtet wird, wie etwa Mathematik oder Sprachen. Das vom Schweizer Musikrat lancierte Volksbegehren will die musikalische Bildung zum Verfassungsauftrag machen.

    Prominente Unterstützung Die Initiative wird von prominenten Parlamentariern unterstützt. Auch Musiker wie Stephan Eicher, Florian Ast, Peter Reber und Noëmi Nadelmann unterstützen die Initiative.

    Nadja Fischer

  • Amerikanerin bekommt neues Gesicht

    Einer Amerikanerin wurde als erster Mensch der Welt ein fast komplettes Gesicht transplantiert. In einer bisher einmaligen Operation wurde der Patientin ein neues Gesicht geschenkt.

    Gesicht einer anderen Frau
    Ein Ärzteteam der Cleveland Clinic in den USA hat 80 Prozent des Gewebes ersetzt, neben der Haut auch Knochen, Muskeln, Nerven, Blutgefässe und sogar einige Zähne. Das ist die bisher umfassendste Gesichtstransplantation der Welt. Die Prozedur dauerte 22 Stunden.

    Frau ohne Gesicht Die Frau hatte keine Nase und keinen Gaumen, sie konnte nicht essen und nur durch ein Loch in der Luftröhre atmen. Sie war so entstellt, dass die Kinder auf der Strasse schreiend vor ihr wegliefen.

    Casper Selg

  • Phänomen Helmut Schmidt

    Deutschlands Altkanzler Helmut Schmidt ist ein Phänomen. Der brillante Redner und Kettenraucher erreicht in hohem Alter beinahe Kultstatus. Am 23. Dezember 2008 wird er 90.

    Schmidts Erfolg
    Seit bald 26 Jahren ist er nicht mehr deutscher Bundeskanzler. Schmidts Arroganz scheint vergessen. Noch immer hat seine Meinung in Deutschland grosses Gewicht, er sorgt bei Auftritten für volle Häuser und seine Bücher stürmen die Bestsellerliste.

    Wegweiser Schmidt

    Achteinhalb Jahre lang, zwischen 1974 und 1982, hat Helmut Schmidt als Bundeskanzler die Bundesrepublik gelenkt. Heute ist Schmidt mit zwei Abschnitten seines Lebens in der allgemeinen Erinnerung verhaftet.

    Ursula Hürzeler

  • Calvins Spuren in Genf

    Calvin galt als der strengste Reformator. Er predigte eine rigide Moral und hat das Theater verdammt. Genf feiert nächstes Jahr den 500. Geburtstag des Reformators.

    Calvin floh aus Frankreich

    Der gebürtige Franzose studierte in Paris Theologie. Als er sich zum Protestantismus bekannte, musste er Frankreich verlassen und floh nach Genf. Dort verbrachte Jean Calvin die meiste Zeit seines Lebens.

    Einfluss des grossen Reformators

    Mit eiserner Hand versuchte er die Reformation voranzutreiben. Doch er hatte einen Makel. Calvin war Franzose und kein Genfer. Politische Macht hat er nie besessen, dennoch war sein Einfluss auf die Politik gross. So liess er seine Beziehungen spielen, um Gegner aus dem Weg zu räumen und sie auf dem Scheiterhaufen enden zu lassen.

    Patrick Mülhauser

Moderation: Casper Selg, Redaktion: Roman Fillinger