Pfizer übernimmt Wyeth für 68 Milliarden

  • Montag, 26. Januar 2009, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 26. Januar 2009, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Montag, 26. Januar 2009, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Der US-Pharmariese Pfizer will den Konkurrenten Wyeth übernehmen. Mit einem Volumen von 68 Milliarden Dollar ist dies die grösste Firmenübernahme seit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise.

Weitere Themen:

Allein heute haben verschiedene US-Unternehmen den Abbau von rund 50 000 Stellen bekannt gegeben.

US-Präsident Obama will den Bundesstaaten ermöglichen, strengere Umweltauflagen für Autos einzuführen, als dies Washington vorschreibt.

Der frühere Deutsche Post-Chef Klaus Zumwinkel ist wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden.

Beiträge

  • Viagra-Hersteller Pfizer übernimmt US-Rivalen Wyeth.

    Pfizer plant Mega-Übernahme

    Der weltgrösste Pharmakonzern Pfizer will den Konkurrenten Wyeth für 68 Mrd. Dollar kaufen. Es ist die grösste Firmenübernahme seit Ausbruch der Finanzkrise.

    Pfizer bezahlt den Kaufpreis für den Biotechnologie-Spezialisten Wyeth in einer Kombination aus Bargeld und Aktien. Gemeinsam kommen die zwei Pharmakonzerne auf einen Jahresumsatz von rund 75 Mrd. Dollar. Im Zuge der Übernahme sollen rund zehn Prozent der Stellen wegfallen. Die beiden Konzerne beschäftigten zuletzt weltweit insgesamt mehr als 130 000 Mitarbeiter. Für den New Yorker Konzern ist dies bereits die dritte Megaübernahme innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf der US-Konzerne Warner-Lambert im Jahr 2000 und Pharmacia drei Jahre später.

    Casper Selg

  • Caterpillar streicht 20 000 Jobs.

    65 000 Stellen weg an einem Tag

    Wegen der sich vertiefenden Rezession entlassen grosse Konzerne aus den USA und Europa zehntausende Beschäftigte. Zum Wochenauftakt wurde der Abbau von mehr als 60 000 Stellen bekannt. 

    Allein der weltgrösste Baumaschinenhersteller Caterpillar trennt sich von 20 000 Angestellten. Der Konzern will sich mit massiven Kostensenkungen für das voraussichtlich schlechteste Geschäftsjahr seit dem Zweiten Weltkrieg wappnen.

    Durch die Fusion von Pfizer und Wyeth sollen in den USA weitere 13 000 Stellen wegfallen.  In Europa setzt der niederländische Elektronikkonzern Philips den Rotstift an. Mit dem Abbau von 6000 Stellen sollen 400 Millionen Euro eingespart werden. Europas zweitgrösster Stahlhersteller Corus streicht wegen der schwachen Nachfrage weltweit rund 3500 Stellen.    Auch in der Telekommunikationsbranchen fallen viele Stellen der Finanzkrise zum Opfer. Der drittgrösste US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel streicht bis zu 8000 Stellen, das entspricht rund 14 Prozent der Belegschaft.  Die Entlassungswelle setzt sich auch im krisengeschüttelten Bankensektor fort. Der niederländische Finanzkonzern ING muss nach einem Jahresverlust von einer Mrd. Euro erneut Staatshilfe in Anspruch nehmen. Um wieder auf Trab zu kommen, sollen 7000 der konzernweit 130 000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

    Casper Selg

  • Obama will umweltschonendere Autos

    US-Präsident Barack Obama hat einen Neuanfang in der Umwelt- und Energiepolitik erklärt. Die Abhängigkeit des Landes von ausländischem Öl sei eine der grössten Bedrohungen für die USA, sagte er in Washington. 

    Im Interesse der Sicherheit des Landes, der Wirtschaft und des Planeten müssten die USA jetzt den Mut und die Entschlossenheit zum Wandel haben, sagte Obama. Dazu kämen die Gefahren durch den Klimawandel, der zu gewalttätigen Konflikten, Stürmen, untergehenden Küsten und Katastrophen führen könne.

    In einem ersten Schritt verstärkt Obama den Druck auf die ums Überleben kämpfende Autoindustrie, umweltschonendere Wagen herzustellen. Er wies die US-Umweltbehörde EPA an, ein unter Präsident George W. Bush verfügtes Verbot zu überprüfen, nach dem die Bundesstaaten keine eigenen Höchstwerte für den Schadstoffausstoss festlegen dürfen. Washington müsse mit den Bundesstaaten zusammenarbeiten, nicht gegen sie, sagte Obama.   Die EPA hatte Kalifornien 2007 untersagt, auf eigene Faust strengere Abgaswerte für Autos zu erlassen. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger wollte seinerzeit eine Regelung einführen, die die Autoindustrie gezwungen hätte, bis 2016 Autos zu bauen, die rund 30 Prozent weniger Schadstoffe ausstossen und entsprechend weniger Treibstoff verbrauchen.

    Peter Voegeli

  • Island wagt den Neuanfang

    Die isländische Regieung hat nach tagelangen Protesten der Strasse ihren sofortigen Rücktritt angekündigt. Nun soll eine Übergangsregierung gebildet werden.

    Drei Monate nach dem Beginn der Finanzkrise wagt das arg gebeutelte Island den Neubeginn. In Kürze wollen sich die im isländischen Parlament vertretenen Parteien auf eine Übergangsregierung einigen, welche das Land bis zu den vorzeitigen Neuwahlen im Mai führen soll.

    Doch Island steht erst am Anfang eines sehr schwierigen Neuaufbaues.

    Bruno Kaufmann

  • Klaus Zumwinkel.

    Zumwinkel muss nicht ins Gefängnis

    Der frühere Deutsche Post-Chef Klaus Zumwinkel ist vom Landgericht Bochum wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

    Darüber hinaus muss der frühere Spitzenmanager eine Geldbusse von einer Million Euro zahlen. Zumwinkel hatte gestanden, Steuern in Höhe von fast einer Million Euro hinterzogen zu haben. Der heute 65-Jährige soll 1986 im Fürstentum Liechtenstein bei der LGT-Bank einen hohen Geldbetrag in einer Stiftung angelegt und die Kapitalerträge daraus nicht versteuert haben. Es geht um einen Betrag in Millionenhöhe. Wegen Verjährungsfristen waren aber nur noch die Hinterziehung von 966 000 Euro angeklagt worden. Die deutschen Steuerfahnder waren auf Zumwinkel aufmerksam geworden, nachdem der Auslands-Geheimdienst BND gestohlene Kundendaten der LGT gekauft hatte. Sie bildeten die Grundlage für rund 450 Ermittlungsverfahren gegen mutmassliche deutsche Steuersünder.

    Ursula Hürzeler

  • Das Dorf Bauen/UR sucht verzweifelt einen Gemeinderat.

    Die Grenzen des Miliz-Systems

    In der Gemeinde Bauen/UR tagt die Gemeinde-Versammlung ein weiteres Mal mit dem gleichen Traktandum: Freiwillige gesucht für den Gemeindesrat.

    Die kleine Gemeinde am Ufer des Urnersees sorgte in den letzten Wo,chen für Schlagzeilen; weil sich niemand im 200 Seelen-Dorf bereit erklärte, als Gemeinderat zu kandidieren, wählte die Gemeinde-Versammlung an ihrer letzten Sitzung kurzerhand drei nicht anwesende Einwoherinnen und Einawohner nicht.

    Um einen Amtsantritt zu verhindern, blieb ihnen nichts anders übrig, als den Wohnort zu wechseln. Sollte sich auch jetzt niemand finden lassen, so müsste der Kanton die Gemeinde zwangsverwalten

    Oliver Washington

  • Thomas Lubanga (Mitte) vor Gericht in Den Haag.

    Prozess gegen kongolesischen Milizenchef

    Vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag hat gegen Thomas Lubanga der erste Prozess seit Einsetzung des Gerichts begonnen.

    Dem früheren kongolesischen Milizenchef Lubanga wird vorgeworfen, in der kongolesischen Provinz Ituri hunderte Kindersoldaten rekrutiert zu haben. Die Kinder seien zwischen 2002 und 2003 von Lubangas Miliz, dem bewaffneten Arm der Union Kongolesischer Patrioten (UPC), zu Mord, Vergewaltigung und Plünderungen gezwungen worden, sagte Chefankläger Luis Moreno Ocampo zu Beginn der Anhörung.

    Wer versuchte zu fliehen oder Befehle nicht widerspruchslos  erfüllte, sei vor den Augen anderer Kindersoldaten zu Tode geprügelt worden. Noch immer litten die Heranwachsenden unter den Gräueltaten. Viele von ihnen seien heute drogenabhängig oder prostituierten sich.

    Elsbeth Gugger / Ruedi Küng

Moderation: Casper Selg, Redaktion: Roman Fillinger