Eugen Medienpreis 2009

Mit seinem Beitrag über Glasfasernetze gewinnt «ECO»-Redaktor Tobias Bossard den Eugen in der Kategorie Fernsehen.

Tobias Bossard

Bildlegende: Tobias Bossard berichtete über Glasfasernetze. zvg

Am 22. Oktober werden in Bern zum 18. Mal allgemeinverständliche journalistische Beiträge zu Informatik-Themen mit dem Eugen, dem Medienpreis der Bedag Informatik AG, ausgezeichnet.

Laudatio

«Wenn in unseren Strassen neue Kabel verlegt werden, dann interessiert die meisten wohl nur die Frage, wann die Baustelle wieder verschwindet. Welcher Konkurrenzkampf sich da unter der Erde tatsächlich abspielt, nimmt kaum jemand wahr.
 
Genau da setzten Tobias Bossard und sein Team beim Wirtschaftsmagazin ‹ECO› des Schweizer Fernsehens ein. Das Thema sind die vielen Glasfasernetze, welche Unternehmen wie die Swisscom, Cablecom und diverse Stadtwerke derzeit mit Hochdruck und Milliardeninvestitionen in mehreren Schweizer Städten bauen.
 
Für einmal steht allerdings nicht der Nutzen dieser modernen Telekommunikations-Infrastruktur im Vordergrund. Der sei unbestritten, heisst es. Vielmehr erfährt der Zuschauer, was Konkurrenz beim Bau der vielzitierten ‹letzten Meile› – also dem Netzanschluss der einzelnen Häuser – bedeutet: Etwa, wie die Swisscom primär dort investiert, wo auch schon Stadtwerke ihre Glasfasernetze bauen, um nicht wie bei ihrem bisherigen Netz aus Kupferkabeln in die Monopol-Falle zu geraten. Oder wie die Anbieter trotz gleichem Ausgangsmaterial völlig unterschiedliche technische und geschäftliche Konzepte verfolgen, um die Abnehmer, andere Dienstleister und sogar ihre Konkurrenten für sich zu gewinnen.
 
Und der Zuschauer erfährt, wie bei all diesen Aktivitäten der Staat als Regulierer wenigstens versucht, unnötige Doppelspurigkeiten und andere Auswüchse der Liberalisierung zu verhindern – etwa damit dasselbe Haus nicht gleich mehrfach angeschlossen wird.
 
Der Beitrag meistert die komplexe und für manche wohl trockene Materie bestens und bietet mit seinem etwas anderen Blickwinkel eine willkommene Abwechslung. Doch nicht nur die Themenwahl, sondern auch die handwerkliche Umsetzung ist gelungen: Der Einstieg – eine Exkursion in den Untergrund – sorgt für die nötige Spannung, die Bildersprache ist eingänglich und auch die Hintergrundmusik passt ausgezeichnet.
 
Besonderes Lob gebührt nach Ansicht der Jury allerdings den animierten Infografiken, mit denen die verschiedenen Anbieterkonzepte trotz ihrer Komplexität treffend einfach dargestellt werden. Dies ergibt eine kurzweilige Mischung aus Technik, Wirtschaft und Politik, die trotzdem verständlich und mit der nötigen Distanz präsentiert wird. Damit hat der Beitrag die Jury überzeugt, die ihn deshalb mit dem Fernsehpreis 2009 auszeichnet.»

Der ausgezeichnete Beitrag

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Glasfasernetze: Ein Jahrhundertprojekt

9:27 min, aus ECO vom 22.9.2008