So entstand das «ECO-Spezial» zum Welthandel

Am Anfang stand die Idee, die Veränderungen des Welthandels darzustellen. Am Ende steht eine knapp 30minütige Sondersendung, welche den Handelsweg von Frachtpaketen verfolgt, die Welthandelsorganisation beleuchtet und bis ins 17. Jahrhundert abtaucht.

Alles, was gehandelt wird, muss irgendwann auch transportiert werden. Auf der Strasse, auf der Schiene oder per Flugzeug. «ECO» entschied sich, als Beispiel die Luftfracht genauer zu betrachten, da diese für die Schweizer Exportwirtschaft von zentraler Bedeutung ist. «ECO» wählte für Dreharbeiten den Flughafen Zürich, wo Luftfracht in Passagiermaschinen geladen wird, sowie den Flughafen Luxemburg, von wo aus Frachtflugzeuge operieren.

Filmaufnahmen an Flughäfen sind heikel: Die Kamera muss in Bereiche gelangen können, welche normalerweise für die Öffentlichkeit gesperrt sind. Dazu braucht es zahlreiche Bewilligungen. Unzählige Male wurde das gesamte Filmequipment durchleuchtet und kontrolliert. Die Umsetzung war nur möglich dank der engen Kooperation mit den Flughäfen Zürich und Luxemburg und zahlreichen Helfern im Hintergrund.

Die Vergangenheit bebildern

Eine weitere Herausforderung war: Welche Bilder zeigen wir im geschichtlichen Teil, zu dem es keine Videoaufnahmen gibt? «ECO» griff auf historisches Kartenmaterial zurück.

Die in der Sendung gezeigten Karten gehören zur Sammlung der Zentralbibliothek Zürich. Die Abteilung Karten und Panoramen ist spezialisiert auf topographische Landkarten und verfügt über einen Bestand von rund 250‘000 Landkarten. Die ältesten stammen aus der Antike.

Kameramann filmt Verhandlungsführer in Solo, Indonesien.

Bildlegende: In der Regel unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Verhandlungen der Efta-Staaten mit Indonesien. SRF

Eine Sendung zum Thema Welthandel ist ohne den Aspekt Freihandelsabkommen undenkbar. Wenn aber Diplomaten Abkommen aushandeln, bleibt die Öffentlichkeit normalerweise aussen vor.

Doch «ECO» gelang es, bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen den Efta-Staaten, wozu auch die Schweiz gehört, und Indonesien mit der Kamera dabei zu sein.

Reto Lipp vor Flugzeuglärm

Von Anfang an war klar: Die Moderationen werden nicht wie üblich im Studio aufgenommen, sondern an den Orten des Geschehens. Die eine Hälfte der Moderationen wurde daher am Flughafen Zürich produziert, die andere Hälfte bei der WTO in Genf.

Solche Aussenmoderationen stellen die gesamte Crew inklusive Moderator vor grosse Herausforderungen: Hört man Reto Lipp noch, wenn im Hintergrund Flieger starten? Reichen die Scheinwerfer, um eine grosse Halle auszuleuchten? Wieso ist die Frachthalle plötzlich leer, wo doch vor zehn Minuten noch diverse Stapler herumgekurvt sind?

Auch die Bedingungen in Genf am Hauptsitz der WTO waren alles andere als einfach: Zu einem Anlass über Entwicklungshilfe waren Hunderte Diplomaten aus der ganzen Welt angereist.

Dauernd mussten die Aufnahmen unterbrochen werden, weil wieder jemand neben Reto Lipp im Bild auftauchte. Und die Diplomaten konnte man natürlich nicht zurechtweisen, schliesslich wollte die Crew keinen diplomatischen Eklat provozieren.

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ECO-Spezial - Das Wirtschaftsmagazin

29 min, aus ECO vom 19.8.2013

Zentralbibliothek Zürich