Wann verjährt ein Betrug?

Ein Brillantring ist nicht einfach ein Schmuckstück; mit ihm sind viele schöne Erinnerungen verbunden. Der Frust ist deshalb riesig, wenn sich knapp 20 Jahre nach dem Kauf bei der Vergrösserung des Rings herausstellt, dass der Edelstein gefälscht ist.

Gefälschte Brilliantringe sind oft schwer zu erkennen.
Bildlegende: Gefälschte Brilliantringe sind schwer zu erkennen. KEYSTONE

Beobachter-Experte Daniel Leiser erklärt anhand eines konkreten Falls, ob der verantwortliche Juwelier für seine damalige Tat heute noch gerade stehen muss.

Die wichtigsten 3 Punkte zum Thema

1. Bei bekannten Bijouterien – also Schmuckhändlern – können Sie ein seriöses Geschäftsgebaren voraussetzen, denn diese können sich negative Schlagzeilen wegen minderwertiger Ware nicht leisten. Bevorzugen Sie eher ein kleines Goldschmiedeatelier, holen Sie in Ihrem Umfeld Empfehlungen ein. Es lohnt sich auch, sich vor einem ersten Gespräch verschiedene Schaufenster anzuschauen: Weist die Auslage eine klare Linie auf, die Ihnen gefällt, oder handelt es sich eher um einen Gemischtwarenladen? Letztlich kann auch die Mitgliedschaft in einem Berufsverband oder bei der Schweizerischen Gemmologischen Gesellschaft auf die Seriosität des Geschäfts hindeuten.

2. Bestehen Sie darauf, dass die im Schmuckstück verwendeten Edelsteine auf der Rechnung einzeln aufgeführt sind, am besten mit dem Gewicht der einzelnen Steine oder – bei mehreren sehr kleinen Steinen (beispielsweise Kleindiamanten in einer Fassung) – mit dem Totalgewicht. Zudem muss das Verkaufsdokument erwähnen, ob und wie ein Edelstein behandelt wurde – also etwa eine Hitzebehandlung, um eine Farbe zu verbessern. Schliesslich sollte der Händler oder Goldschmied auf der Rechnung von sich aus vermerken, dass die verwendeten Diamanten konfliktfrei sind.

3. Die Preise für Edelsteine sind sehr unterschiedlich. Diese hängen von der Herkunft der Edelsteine ab, von Angebot und Nachfrage, aber auch davon, ob ein Stein im Fachgeschäft oder über das Internet angeboten wird. Doch aufgepasst: Wenn Ihnen im Ausland – beispielsweise in den Ferien – Schmuck oder Edelsteine zu einem «Schnäppchenpreis» angeboten wird, handelt es sich ziemlich sicher um minderwertige Ware, die etwa durch Behandlungsmethoden optisch verschönert wurde. Wollen Sie also den preiswertesten Edelstein finden, sollten identische Steine (Gewicht, Farbe, Behandlung etc.) verschiedener Geschäfte miteinander vergleichen.