Alpen-Flohkrebs: Kaum entdeckt – schon bedroht

Nur durch Zufall haben ihn Schweizer Biologen gefunden – den Alpen-Flohkrebs. Aber die Forscher warnen: Das nur zwei Zentimeter kleine Wassertier ist in seiner Existenz bereits gefährdet.

Bild eines Flohkrebses

Bildlegende: Unverhoffter Fund: Erst genetische Analysen zeigten, dass der Alpen-Flohkrebs eine eigenständige Art ist. Eawag

Während seiner Dissertation zu mehreren Arten von Flohkrebsen ist Doktorand Roman Alther vom Wasserforschungsinstitut Eawag zufällig auf eine bisher unbekannte Art gestossen. Sie trägt nun den Namen Gammarus alpinus, denn das Tier kommt ausschliesslich im Alpenraum vor.

Zwei Feinde

In vielen Bergseen lebt der Alpen-Flohkrebs noch ungefährdet. Doch in anderen Gewässern ist er bedroht. Akut sei die Situation im Bodensee, so die Eawag-Biologen. Zum einen verdrängt der eingeschleppte Grosse Höckerflohkrebs die neu entdeckte Art.

Zweitens befürchten die Forscher, dass der Alpen-Flohkrebs unter dem künftigen Klimawandel leiden wird. Er ist nämlich an kalte Gewässer angepasst.

Nützliche Winzlinge

Flohkrebse wie der Gammarus alpinus sind wichtig für Ökosysteme in Gewässern. Sie bauen nicht nur organisches Material ab, sondern dienen auch Fischen als Nahrung. Trotz ihrer Bedeutung weiss man wenig über sie: Schätzungsweise gibt es in der Schweiz 30 bis 40 Flohkrebsarten.

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