Alternativen zu Tierversuchen

Noch immer sterben in der Schweiz Jahr für Jahr Hundertausende Versuchstiere für die Forschung, das weist die Statistik des Bundes aus. Tiere quälen und töten für Produkte des täglichen Lebens: Tierversuche sind die hässliche Realität unserer Gesellschaft.

Forschung und Entwicklung zum Wohle des Menschen gehen auch auf Kosten der Tiere – muss das wirklich sein?

Viele Medikamente sind ohne Tierversuche heute noch undenkbar. Doch Wissenschaftler arbeiten an Alternativen: Wir zeigen, wie Forscher aus Stammzellen gezüchtete künstliche Organe für die Arzneimittelforschung testen. Und könnten künftig gar komplexe 3D-Simulationen noch verlässlichere Resultate liefern? Computerpower statt Tierversuche – eine vielversprechende Vorstellung. Denn: Alternativen sind nötig – in 90 Prozent der Fälle sind Tierversuche noch kein Garant dafür, dass ein Wirkstoff auch beim Menschen tatsächlich funktioniert. «Einstein» zeigt, wo die Wissenschaft heute steht und welche Herausforderungen sich stellen.

Beiträge

  • Primatenforschung im Fokus

    Neurowissenschaftler der Uni Zürich möchten mit Implantaten an Affen Experimente durchführen, um Ursachen für Depression oder Schizophrenie zu erforschen. Das ruft die Tierschützer auf den Plan. Exemplarisch zeigt das Vorhaben die Crux von Tierversuchen auf: Dürfen Tiere überhaupt im Dienst am Menschen für die Forschung leiden?

  • Mini-Organe aus Stammzellen

    Der holländische Molekular-Genetiker Hans Clevers will aus körpereigenen, adulten Stammzellen Mini-Organe züchten; sogenannte «Organoide». Speziell der Darm hat erstaunliche Erneuerungskräfte: Alle 2-4 Tage erneuert dieser seine gesamte Oberfläche. Die Eigenschaften dieser Darm-Stammzellen wollen die Forscher auch im Labor nutzen und daraus neue Mini-Organe züchten, um etwa – völlig ohne Tierversuche – Medikamente daran zu testen.

  • Der Lungen-Chip aus Bern

    Gerade mal 1 Zentimeter klein ist der Chip, bestehend aus zwei künstlichen Membranen mit eigenartigen Löchern drin. Doch mit diesem Chip haben Mediziner am Berner Inselspital und Bioingenieure Grosses vor: Er bildet die Prozesse beim Sauerstofftransport im Innern der Lunge nach und könnte, wenn er funktioniert, künftig Tierversuche für Medikamententests gegen Lungenkrankheiten weitgehend dezimieren.

  • Computer statt Tierversuche

    Letztlich wäre es sogar möglich, Tierversuche komplett durch virtuelle Modelle und viel Rechenpower zu ersetzen. Biochemiker der Universität Zürich arbeiten etwa daran, das Verhalten von Molekülen gegenüber bestimmten Enzymen am Computer minutiös zu berechnen, ohne auch nur einen Tierversuch dafür nötig zu machen. «Einstein» fragt nach, ob diese sogenannte «in silico»-Methode eine Zukunft hat.