Cannabis – Droge und Medizin

Schweizer Teenager sind Weltmeister im Kiffen. In keinem anderen Land haben so viele 15-jährige Knaben Erfahrungen mit Cannabis. Und auch hiesige Teenagerinnen gehören zur Kiffer-Weltspitze. Drogenexperten warnen, dass die Abhängigkeit von Cannabis massiv unterschätzt werde.

Gleichzeitig bereiten vier Schweizer Städte Pilotversuche vor, um die legale Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu testen. Und Forscher finden spektakuläre Wirkungsweisen von Cannabis: Sie eröffnen neue Perspektiven für die Behandlung von chronischen Schmerzen, Angststörungen, Krebs oder Multipler Sklerose.

Wie gefährlich ist Cannabis? Und welches Potenzial steckt in der uralten Kulturpflanze? «Einstein» spricht mit Forschern, Psychologen, Lehrern und Konsumenten – und berichtet auch, welche Auswirkungen die Legalisierung von Cannabis im US-Bundesstaat Colorado hatte.

Beiträge

  • Kifferparadies – Highlife in Colorado

    Seit vier Jahren sind im US-Bundesstaat Colorado sowohl Handel wie Konsum von Cannabis legal. 2015 lag der Umsatz der Branche bereits bei einer Milliarde Franken. «Einstein» wollte wissen, welche Erfahrungen Colorado mit der Legalisierung gemacht hat. Negative Stimmen gibt es erstaunlich wenige, auch wenn eines der Hauptziele der Legalisierung noch nicht erreicht werden konnte: das Austrocknen des Schwarzmarktes. Und doch geht Colorado demnächst noch einen Schritt weiter: mit einer Initiative, die den öffentlichen Konsum erlauben will.

  • Cannabis – von der Nutzpflanze zum Teufelskraut

    Noch Ende des 19. Jahrhunderts liessen Schweizer Bauern auf einer Fläche von 21‘000 Hektaren Hanf spriessen: umgerechnet knapp die Fläche des Kantons Zug. Aus der Pflanze wurden Kleider, Medikamente, Seile und anderes hergestellt. Bis 1930 der oberste Drogenfahnder der USA seinen Kreuzzug gegen Cannabis begann: Seine Propaganda behauptete, Cannabis mache gewalttätig, führe zu unkontrollierbarem sexuellem Verlangen und verändere die Persönlichkeit. Obwohl wissenschaftliche Untersuchungen das Gegenteil bewiesen, hatte der Kreuzzug Erfolg: Cannabis wurde weltweit geächtet – auch in der Schweiz.

  • Video «Cannabis oder Alkohol: Was ist gefährlicher?» abspielen

    Cannabis oder Alkohol: Was ist gefährlicher?

    Cannabis und Alkohol sind beliebt. Gerade auch wegen ihrer berauschenden Wirkung. Aber Cannabis ist verboten, während Alkohol legal und aus unserer Kultur kaum wegzudenken ist. In Wirkung und Auswirkungen auf unseren Körper gibt es entscheidende Unterschiede. Aber ist Cannabis tatsächlich gefährlicher als Alkohol? «Einstein» vergleicht die beiden Substanzen.

  • Die Schweizer Jugend kifft: Was sind die Konsequenzen?

    Rund 500‘000 Schweizerinnen und Schweizer kiffen regelmässig. Meist sind es Jugendliche und junge Erwachsene. Und die Konsumenten werden tendenziell immer jünger. Gleichzeitig ist der durchschnittliche THC-Gehalt im Cannabis heute um ein Vielfaches höher als noch vor 10 bis 29 Jahren. Das sei problematisch, warnen Suchtexperten. Denn das THC schädigt besonders das sich entwickelnde Gehirn. Wer in der Jugend viel kifft, riskiert bleibende Schäden.

  • Cannabis als Medizin birgt viel Potenzial

    Seit Jahrtausenden wird Cannabis als Medikament eingesetzt. Cannabis hilft gegen Spastiken bei MS, gegen Schmerz, Appetitlosigkeit und neurologischen Störungen. Doch über die Mechanismen ist wenig bekannt: Weil Cannabis eine verbotene Droge ist, wurde auch wenig geforscht. Jürg Gertsch von der Uni Bern will das ändern und lädt jährlich Cannabis-Forscher zum internationalen «Endocannabinoid-Meeting». Und Manfred Fankhauser betreibt die einzige Cannabis-Apotheke der Schweiz. Beide glauben, dass langsam ein Umdenken einsetzt und das Potenzial von Cannabis in der Medizin an Akzeptanz gewinnt.

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Produzent: Anatol Hug; Autoren: Sandra Odermatt, Simon Joller, Thomas von Grünigen