Die Macht der Daten: Fluch und Segen des Trackings

Daten sind das neue Öl – sogar Treibstoff und Schmiermittel in einem – sie halten den kommerziellen Motor im Internet in Gang.

Immer mehr dieses Treibstoffs stammt aus unseren sozialen Interaktionen, und es kommt immer gewichtiger darauf an, wie Firmen (soz. die «Raffinerien»), die unsere Daten abgreifen, diese wirklich nutzen, verknüpfen und weitergeben.

Persönliche Daten werden heute laufend mit tausenden Trackern abgegriffen, gesammelt, geordnet, katalogisiert – Vieles geschieht im Hintergrund, unter unserem Radar. Aber welchen Nutzen haben wir alle wirklich von der ganzen Datensammelei? Und wie gross ist das Ausmass? Wir bezahlen mit unseren Daten und dieser Blankoscheck ist längst zum Dauerauftrag mit unbeschränkter Laufzeit für gutverdienende Firmen und Konzerne mutiert.

«Einstein» wirft einen Blick hinter die Kulissen des heutigen Daten-Trackings: Wer sammelt hier überhaupt was genau und wozu? Und auf welchen immer neuen Wegen geschieht das? Welcher Stellenwert kommt dabei etwa unserem aktuellen Standort zu? Und: müssen wir das wirklich alles so hinnehmen? Wir zeigen alternative Daten-Modelle mit neuen Wertesystemen fürs Geschäft im Netz, die dieser Entwicklung einer permanent getrackten, verfolgten Gesellschaft Einhalt gebieten möchten.

Beiträge

  • Tracking: die aktuellen Methoden, Hintergründe und Barrieren

    Zusammen mit SRF-Digital-Redaktor Reto Widmer machen wir in einem Experiment das Online-Tracking sichtbar und schauen, wie weit wir als Nutzer überhaupt nachvollziehen können, was mit den gesammelten Daten passiert. Haupttreiber ist die Werbeindustrie, das wertvollste Geschäftsmodell im Netz. Wo liegen die Chancen, wo die Gefahren?

  • Location-based Tracking: Meldungen direkt auf das Smartphone

    Im Hauptbahnhof Zürich gibt es ein Netz von über 900 Bluetooth-Sendern, sogenannten «Beacons», über das man via SBB-App nun indoor durch den HB Zürich navigieren kann. Dieses Netz liesse sich auch für weitere Kommunikationsformen nutzen, das diskutieren wir mit Verantwortlichen der SBB. Und wir testen die einzige kommerzielle «Beacon-Meile» im deutschsprachigen Raum: in der Stadt Minden, in der Nähe von Hannover. Auf diesem Netz ist auch das lokale Gewerbe angebunden und schickt seine Werbungen direkt als Push auf das Smartphone der Leute vor dem Laden.

  • Mehr Transparenz im Umgang mit persönlichen Daten

    Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung fordert ab Mai massiv mehr Rechte für Nutzer an ihren persönlichen Daten ein: Möglichkeiten zur Dateneinsicht, Portierung, Berichtigung oder Löschung. Dies befeuert eine Bewegung im Netz, die ein Umdenken im Umgang mit persönlichen Daten verlangt: «Personal Data Management». Die Grundidee: Nicht die Unternehmen sollten persönliche Daten tracken, sondern die Nutzer diese gleich selbst vermarkten – und im Gegenzug mehr Transparenz bekommen. Wir fragen nach, wie das funktionieren soll und ob es eine neue Netz-Ethik im Umgang mit persönlichen Daten braucht.

Artikel zum Thema

Produzent & Autor: Christian Bachmann