«Einstein» vom 24.4.2014

«Einstein»-Spezial

Vor genau 50 Jahren feierte sich unser Land mit der Expo 64 in Lausanne. Es war eine Nabel- und Leistungsschau. «Einstein» zeigt, wie der Zeitgeist von 1964 an der Expo sichtbar wurde, wie wir ihn aus heutiger Sicht beurteilen und was die Planer zukünftiger Landesausstellungen anders machen wollen.

Beiträge

  • Gulliver im Land der Schweizer

    Wer sind wir? Wohin steuert unser Land? Mit einer grossen Befragung wollten die Expo-Macher 1964 wissen, wie sich Schweizerinnen und Schweizer fühlen und was sie sich wünschen. Das absolut Neue dabei: Die Antworten wurden von einem eigens für die Landesausstellung gebauten Computer laufend ausgewertet. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse allerdings nie …

  • 1100 Tauchgänge in die Tiefen des Genfersees

    Das U-Boot «Mésoscaphe» war zweifellos die grösste Attraktion an der Expo 64. Über 33‘000 Besucher tauchten damit auf den Seegrund. Erbauer war der Tiefsee-Pionier Jacques Piccard. Doch die Expo-Leitung misstraute seinen Ingenieurfähigkeiten: Sie berief vor der ersten Publikumsfahrt externe Experten und Piccard kehrte der Expo den Rücken. Heute wird das «Mésoscaphe» im Verkehrshaus Luzern aufwändig restauriert.

  • Expo 64: eine Leistungs- und Nabelschau der Schweiz

    Die fünfte Schweizer Landesausstellung fand mitten im kalten Krieg statt, nur wenige Jahre vor den bewegten 68ern und im Vorfeld der ersten Überfremdungsintiativen. In diesem Umfeld präsentierte sich die Armee im igelförmigen Betonbunker. Aber die Expo war nicht nur eine Demonstration von Wehrwille und Stolz auf eigene Errungenschaften. Thematisiert wurde auch die zunehmende Anonymität im Alltag der Leistungsgesellschaft.

  • 57 Kameras für ein Panoramabild

    Polyvision – das waren an der Expo 64 imposante 360o-Panorama-Ansichten der Schweiz, projiziert in einer Halbkugel mit 18 Metern Durchmesser. Damals brauchte es 57 Kameras für das Spektakel, heute kann ein Fotograf ein interaktives Panoramabild im Alleingang herstellen. «Einstein» trifft sich mit dem Pionier von damals und dem Profi von heute.

  • Die Angst des Bundesrates vor dem Volk

    Gedacht war «Un jour en Suisse» als spielerische Befragung. Der Riese Gulliver wollte an der Expo 64 von den Besuchern erfahren, wie die Schweizer und Schweizerinnen über ihr Land denken. Doch der Bundesrat intervenierte, liess Fragen streichen oder umformulieren: Man hatte Angst vor zu provokativen Fragen – und vor den Antworten des Volkes.

  • Was macht eine Expo nachhaltig?

    Das äussere Erscheinungsbild einer Landesausstellung bleibt oft besser in Erinnerung, als deren Inhalte. Das Monorail oder der Armeepavillon von Lausanne, die Wolke in Yverdon oder der Monolith in Murten von 2002: Stets prägt die Architektur das Bild. Aber sind die Expos einmal beendet, verschwindet alles wieder. Das muss nicht so sein, sagen jene, die bereits an die nächste Expo denken. 2027 soll in der Ostschweiz eine Landesausstellung stattfinden, die auch danach sichtbar bleibt.