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Einstein Online 8 Stunden Schlaf? Hatten auch unsere Vorfahren nicht

Selbst manche Fachleute glauben, dass Menschen seit dem Industriezeitalter zu wenig Schlaf bekommen. Doch Mitglieder von Naturvölkern ruhen offenbar auch nicht länger. Ein Nickerchen zwischendurch? Auch das ist selten, wie Forscher mit Langzeitmessungen herausgefunden haben.

Zwei Mitglieder des Volks der Hadza bereiten Pfeil und Bogen zur Jagd vor.
Legende: Ursprüngliche Lebensweise: Männer des Volks der Hadza in Tansania. Die Jäger und Sammler schlafen nicht länger als Menschen in Industrieländern. Imago

Um herauszufinden, wie viel unsere Ahnen schliefen, untersuchten Forscher der Universität New Mexico ursprünglich lebende Völker: die Hadza aus Tansania, die San aus Namibia und die Tsimane aus Bolivien.

Die Resultate: Diese Menschen schliefen durchschnittlich nur knapp 6,5 Stunden pro Nacht – und liegen am unteren Ende der Skala von Industrienationen. Ein Nickerchen zwischendurch hatten sie selten nötig.

«Der kurze Schlaf in diesen Kulturen stellt die Annahme, dass der Schlaf in der ‹modernen› Welt erheblich reduziert wurde, in Frage», sagt der beteiligte Schlafforscher Jerome Siegel, Link öffnet in einem neuen Fenster. Bislang wurden oft elektrisches Licht oder andere Faktoren für verkürzten Schlaf verantwortlich gemacht.

Über den Erholungwert des Schlafs lässt die Studie aber keine Schlüsse zu. Während Störungen im Westen häufig sind, kennen die San und Tsimane nicht einmal ein Wort für Schlaflosigkeit.

Legende: Video «Einstein» entdeckt... – den Schlaf abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus Einstein vom 02.09.2014.

Die Studie

Die Forscher zeichneten die Schlafmuster bei den Naturvölkern der Hadza und der Tsimane auf und lebten zeitweise bei ihnen. Bei den San wurde zusätzlich auch die Körper- und Umgebungstemperaturen sowie die Lichtmenge gemessen, der sie ausgesetzt waren. Insgesamt erfassten die Fachleute die Daten von 94 Erwachsenen und für 1165 Tage.

5 Kommentare

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  • Kommentar von W.Ineichen, Luzern
    Es gibt PolitikerInnen, die schlafen mehr oder weniger das ganze Jahr.
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  • Kommentar von Michel Koller, Emmenbrücke
    Die Schlafqualität ist entscheidend. Ist alles gut, so schlafe ich auch nur zwischen 6-7 Stunden. Gibt aber auch Zeiten, vor allem bei psychischem Stress, wo es schon mal zwischen 10 und 12 Stunden sind und meistens fühle ich mich dann richtig gerädert. Interessanterweise senkt starke körperliche Aktivität meine Schlafdauer erheblich.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Wenn alles gut ist schlafen sie 6-7 Std. Unter psychischem Stress schlafen sie 10-12 Std. Das glauben sie wohl selber nicht. Wenn man psychisch nicht belastet ist schläft man erheblich besser!
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    2. Antwort von Michel Koller, Emmenbrücke
      Sie gehen etwas von falschen Annahmen aus. Geht es mir gut, brauche ich weniger Schlaf aber bin ich stark belastet, so benötige ich mehr und komme trotzdem nicht in die Gänge. ICH werde ja wohl wissen, wie und wieviel ICH schlafe unter den verschiedenen Umständen.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt, Kreuzlingen
    Als Schüler, als Student, und noch heute (als Software-Entwickler mit 70 Jahren) brauche ich täglich 9 Stunden Schlaf. Als Schüler und Student habe ich in den Ferien in der Landwirtschaft gearbeitet. Sowohl damals, als auch heute - wenn ich ausspanne - brauchte und brauche ich maximal 5 Stunden Schlaf. Völlig alters-unabhängig! Insofern wage ich die steile These: Das Schlafbedürfnis hängt wesentlich davon ab, inwieweit man neue Eindrücke, welche die eigene Welt-Sicht erweitern, verarbeitet.
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