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Einstein Online Studie: Zwei Insektizide bringen Bienen in Gefahr

Sterben Bienenvölker durch bestimmte Pflanzenschutzmittel? Zwei Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide schaden der Fortpflanzung von Bienenköniginnen – zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam unter Schweizer Leitung.

Eine Bienenkönigin mit anderen Bienen ihres Volkes.
Legende: Ohne Bienenkönigin kein Überleben: Die Königin – auf dem Bild mit rotem Punkt – legt nicht nicht nur Eier, sondern sorgt auch für Zusammenhalt des Volkes. Imago

Als Verantwortliche für das Sterben von Bienenvölkern stehen – neben Parasiten – auch mehrere Insektizide unter Verdacht. Doch widersprüchliche Studien zur Wirkung liessen bisher keine eindeutigen Schlüsse zu.

Nun hat ein Team aus Forschern des Instituts für Bienengesundheit der Universität Bern, der Agroscope und der kanadischen Acadia Universität untersucht, wie zwei Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide auf die Fortpflanzung von Bienenköniginnen wirken.

Die Resultate: Die untersuchten Tiere hatten vergrösserte Eierstöcke, konnten weniger Spermien männlicher Bienen speichern und waren weniger erfolgreich beim Eierlegen.

Laut den Experten lagen die untersuchten Konzentrationen der Insektizide im «für das Feld realistischen» Bereich. «Die Ergebnisse zeigen, dass diese Chemikalien Königinnen schädigen und dadurch für die Verluste von Bienenvölkern mitverantwortlich sein können», lässt sich Geoffrey Williams von der Universität Bern zitieren.

Ein Appell an Umweltpolitiker

Die Ergebnisse der Studie seien beunruhigend, aber nicht überraschend, erklärt Studienleiter Laurent Gauthier von Agroscope. Diese Chemikalien seien nicht so harmlos für Nützlinge wie ursprünglich angenommen.

Legende: Video Bienensterben abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.10.2015.

Die Forscher fordern deshalb gründlichere Prüfungen zur Umweltverträglichkeit von Neonikotinoiden, um Bienen und andere Nützlinge zu schützen.

Kleine Insekten, riesiger Wert

In einem Bienenvolk gibt es nur eine Königin. Nur sie kann Eier legen und ist deshalb von zentraler Bedeutung für das Volk. Zudem sorgt sie durch die Produktion von Pheromonen für den sozialen Zusammenhalt im Bienenstock.

Jedes Jahr produzieren Millionen von Honigbienenvölkern in aller Welt Honig und bestäuben Pflanzen. Die Palette der bienenbestäubten Pflanzen reicht vom Rüebli über die Mandel bis hin zum Raps. Die gesamte Bestäubungsleistung hat laut Schätzungen pro Jahr einen Wert von mehreren Milliarden Euro.

Legende: Video Bienensterben: Pestizide rücken in den Fokus abspielen. Laufzeit 07:01 Minuten.
Aus Einstein vom 25.06.2015.

Umstrittene Neonikotinoide

Die Studie untersuchte die Auswirkungen von zwei Neonikotinoiden: Thiamethoxam und Clothianidin, deren Verwendung in Europa schon 2013 vorsorglich für zwei Jahre eingeschränkt wurde. Die Schweiz erliess ähnliche Verordnungen. Neben den genannten Wirkstoffen steht auch Imidacloprid unter Verdacht, Bienenvölker zu schädigen.

16 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Wenn die Regierungen dieser Welt nicht endlich diese im Verdacht stehenden (das ist ausreichend!) Pestizide verbieten, sollten die Menschen langsam zu den Waffen greifen. Wenn etwas des Schwertes wert ist, dann das!
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Wenn die letzten Bienenvölker verendet sind, wird es für den Menschen Zeit den Sarg zu bestellen . Die Chemiepest wütet weiter und kein Gott wird uns helfen, weil selbst Gott wütend wäre auf diese sorglose Menschheit .
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  • Kommentar von Karl Suter, Kirchberg
    Als ich 1960 die landw. Schule besuchte, mussten von hundert Franken achtunddreissig für Lebensmittel ausgegeben werden, heute sind es um die sieben Franken. Trotzdem werden immer noch billigere Nahrungsmittel aus aller Welt in die CH eingeführt u. z. Teil tausende Kilometer verfrachtet und dann gesagt: Liebe Bauern: seht wie diese Landwirte in fernen Ländern billig produzieren können! warum könnt ihr das nicht auch in der Schweiz? Nun kommt ein Problem: Die Natur macht nicht mehr mit...
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