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Einstein Online Watt ihr volt – Strombegriffe endlich verständlich

Jedes Elektrogerät verbraucht Energie – von der Nachttischlampe über den Kühlschrank bis zum Laptop. Wenn wir Energie sparen wollen, hilft es zu wissen, wie viel Strom welches Gerät verbraucht. Aber braucht es dafür Watt, Volt oder Kilowattstunden? Ein kleiner Überblick.

Eine Katze streift um eine Espressomaschine
Legende: Kaffee, kochen, waschen, rasieren: Jeder Schweizer verbraucht etwa 3500 bis 4500 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Je nach Kanton sind das bis zu 1000 CHF. Keystone

Watt – die Einheit der Leistung

Was beim Auto die PS, sind bei unseren elektrischen Geräten Watt – die Angabe der Leistung. Und genauso, wie die PS bei jedem Autokauf mit angegeben werden, steht auch die Wattzahl auf jedem Elektrogerät vermerkt.

Diese Zahl gibt die maximale Leistung des Geräts an, so kann man sie wunderbar vergleichen. Eine 40-Watt-Glühbirne bringt beispielsweise doppelt so viel Leistung wie eine 20-Watt-Birne – und sie verbraucht dabei selbstverständlich auch doppelt so viel Strom.

Aber halt: Warum steht auf der Stromrechnung dann eigentlich alles in Kilowattstunden?

Kilowattstunde – Messung des Stromverbrauchs

Ganz einfach: Der Energieverbrauch wird in Kilowattstunden berechnet. Das ist die Energie, die ein Gerät mit einer Leistung von einem Kilowatt – das sind 1000 Watt – in einer Stunde umsetzt. Sie werden benutzt, um zu berechnen, was ein Elektrogerät pro Jahr verbraucht. Nur so ist ein Vergleich möglich, denn die meisten Geräte sind ja nicht permanent im Einsatz.

Anzeige eines Stromzählers
Legende: Stromzähler rechnen den Verbrauch in Kilowattstunden. Eine kostet derzeit durchschnittlich 20,7 Rappen. Imago

Kilowattstunden lassen sich ganz einfach berechnen: Leistung (Watt) x Zeit (Stunden) = Energieverbrauch in Wattstunden. Um aus den Wattstunden Kilowattstunden zu machen, teilt man noch durch 1000. Ein Fön beispielsweise, auf dem die Angabe «2000 Watt» steht, hat in einer Stunde einen Energieverbrauch von 2000 Wattstunden, das sind – durch 1000 geteilt – 2 Kilowattstunden (kWh).

Umgekehrt kann man so ausrechnen, dass eine 20-Watt-Energiesparlampe, die eine Stunde lang leuchtet, 20 Wattstunden verbraucht (0,02 kWh). Sie kann also 50 Stunden lang brennen, bis sie eine Kilowattstunde Strom verbraucht hat. Eine 40-Watt-Lampe verbraucht dieselbe Energie in 25 Stunden, also doppelt so schnell!

Neuerdings wird bei den Glühlampen aber nicht mehr nur die Wattzahl, sondern auch die Lumen angegeben...

Lumen – die Helligkeit

Lumen beschreibt die Helligkeit einer Lampe – es ist die Einheit für die Lichtstärke. Sie ist seit dem Ende der klassischen Glühbirne auf jeder Verpackung zu finden. Grob kann man sagen: Multipliziert man die Wattzahl der Glühbirne mit 10, bekommt man in etwa die Lumen heraus (siehe Box).

LED-Lampen holen zum Beispiel aus einem Watt wesentlich mehr Helligkeit heraus als eine Glühbirne. Für 600 Lumen brauchen viele nur 10 Watt, während die Glühbirne 60 Watt braucht. Der Vergleich der Wattzahl zweier Lampen sagt also nicht unbedingt etwas über die Helligkeit aus, aber sicher etwas über die Höhe des Energieverbrauchs.

Volt – die elektrische Spannung

Oft stehen auf Elektrogeräten noch weitere physikalische Einheiten, die Verwirrung stiften können. Zum Beispiel Volt. Volt ist die Einheit für die elektrische Spannung, sozusagen der Druck, mit dem der Strom durch das Kabel «gepresst» wird. Über die Leistung oder den Energieverbrauch eines Geräts sagt diese Grösse nichts aus, sondern lediglich, mit welcher elektrischen Spannung es arbeitet.

Aus unseren Steckdosen kommen konstante 230 Volt. Lampen, Computer oder Föne arbeiten mit dieser Spannung; der Backofen verwendet eine Spannung von 400 Volt und braucht eine extra Steckdose.

Achtung aber beim Glühbirnen-Kauf: Auf manchen Packungen sind 12 oder 24 Volt angegeben – das sagt aber nichts über ihren Energieverbrauch aus. Diese Birnen sind lediglich für Geräte gedacht, die mit dieser Spannung arbeiten. Eine 40-Watt-Halogenlogenlampe, die mit 12 Volt funktioniert, verbraucht genauso viel Energie, wenn sie an eine normale 230-Volt-Steckdose angeschlossen ist, wie eine 40-Watt-Lampe.

Ampere – die Stromstärke

Der Vollständigkeit halber darf Ampere nicht vergessen werden. Diese Einheit misst die Stromstärke – die Menge an Strom, die durch eine Leitung fliesst. Je höher nun die Spannung (Volt) und je mehr Strom fliesst (Ampere), desto mehr Leistung (Watt) wird zur Verfügung gestellt. Es gibt dafür eine Formel, die lautet: Watt = Ampere mal Volt.

Mit ihr kann auch die Stromstärke ganz einfach ausgerechnet werden: Wird der 2000-Watt-Fön an eine 230-Volt-Steckdose angeschlossen, beträgt sie rund 8,7 Ampere (Ampere = Watt durch Volt).

Über eine normale Steckdose können etwa 10 Ampere laufen. Wird die Stromstärke grösser – weil neben dem Fön auch noch der 800-Watt-Staubsauger (3,5 Ampere) an dieselbe Steckdose angeschlossen wird – fliegt die Sicherung raus. Dieser Schutzmechanismus sorgt dafür, dass die Stromleitungen nicht überhitzen.

Umrechnung Watt in Lumen

  • 25 Watt: 180 bis 200 Lumen
  • 40 Watt: 350 bis 390 Lumen
  • 60 Watt: 590 bis 650 Lumen
  • 75 Watt: 800 bis 890 Lumen
  • 100 Watt: 1150 bis 1270 Lumen

Quelle: www.test.de

19 Kommentare

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