Herrscht im Januar Sauerstoff-Knappheit?

Praktisch tot wirkt die Vegetation in den kalten Wintermonaten. Die Böden gefrieren und die Bäume tragen keine Blätter. Die Vegetation produziert weniger Sauerstoff und trotzdem geht uns die Luft nicht aus.

Baum im Winter ohne Blätter

Bildlegende: Im Herbst verlieren die Bäume ihre Blätter und produzieren in den Wintermonaten keinen Sauerstoff. Keystone


Herrscht im Januar Sauerstoff-Knappheit?

1:16 min, aus Schlauer in 60 Sekunden vom 10.01.2013

Pflanzen produzieren Sauerstoff durch Photosynthese. Im Winter jedoch scheint die Vegetation tot zu sein. Die Böden sind vielerorts gefroren, das Gras wächst nicht und die Bäume tragen keine Blätter. Heisst das nun, dass weniger Sauerstoff in der Luft vorhanden ist?

Tatsächlich wird in den Wintermonaten messbar weniger produziert als im Sommer. Um unser lebenswichtiges Gas müssen wir uns deswegen aber keine Sorgen machen, denn es wird im Winter auch weniger verbraucht. Zwar nicht von den Menschen, dafür von vielen Tieren, die einen Winterschlaf halten und ihren Sauerstoffverbrauch dadurch minimieren. Auch Mikroorganismen im Boden verbrauchen beim Zersetzen von totem pflanzlichem Material Sauerstoff. Im Winter fehlt ihnen jedoch der Nachschub an Nahrung.

Global hält sich die Sauerstoffbilanz im Gleichgewicht. Wenn bei uns Winter herrscht, lässt auf der südlichen Hemisphäre der Sommer die Pflanzen blühen. So wird die Sauerstoff-Unterproduktion im Norden kompensiert – und im Sommer ist es andersherum.