Machen Aperosnacks süchtig?

Bei Salznüssli, Chips oder Bierstängeli kann man einfach nicht aufhören zuzugreifen. Es ist das Salz, das uns zu Chips-Junkies macht und das nicht ohne Grund: Unsere Vorfahren sicherten damit ihr Überleben.

Eine Hand greift in eine Schüssel Chips.

Bildlegende: Wenn man nicht mehr aufhören kann, hat es wenigstens einen Grund: Chips machen glücklich. Colourbox

Salz ist für uns Menschen unabdingbar. Heute essen wir zwar eher zu viel davon. Aber so ganz ohne Salz gerät der menschliche Wasserhaushalt ausser Kontrolle. Weil es aber für unsere Vorfahren nicht so leicht war, an Salz zu kommen, hat der Körper im Laufe der Evolution einen interessanten Mechanismus ausgeheckt: Sobald der Mensch Salz aufnimmt, wird er vom Körper mit dem Glückshormon Dopamin belohnt.

Salz zu essen, macht also happy. Und das Gefühl, welches dieses Glückshormon auslöst, macht süchtig. Forscher haben herausgefunden, dass Natriumchlorid, also Kochsalz, ganz ähnliche Effekte auf das Gehirn hat wie Kokain oder Heroin. Ratten, die für einige Zeit auf salzarme Kost gesetzt wurden, zeigten dieselben Reaktionen im Gehirn wie Junkies auf Entzug. Als die Tiere wieder Salz bekamen, waren sie richtiggehend euphorisiert. Die Forscher vermuten, dass harte Drogen nichts weiter tun, als diesen uralten Mechanismus zu benutzen.

Das setzen Lebensmittelkonzerne gekonnt ein. Wenn wir also das nächste Mal den Chipssack oder die Salzstängeli einfach leer essen müssen, dann wissen wir jetzt wenigstens den Grund dafür: Schuld ist die angeborene Salzsucht.

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