Sind Menschenbisse gefährlich?

Du sollst deinen Nächsten nicht beissen. Das lernt jedes Kind. Von gewissen Ausnahmen einmal abgesehen, entwickelt der Mensch bereits im Kleinkindalter eine natürlich Beisshemmung gegenüber Artgenossen. Und das ist gut so.

Eine Brau beisst in einen Bauch.

Bildlegende: Nicht ganz ungefährlich: Durch Bisswunden können zum Beispiel Herpesviren, Starrkrampfbakterien oder HIV übertragen werden. Colourbox

Ja, Menschenbisse sind gefährlich. Sehr sogar. Denn unsere Spucke beherbergt eine überaus grosse Vielfalt unterschiedlichster Kostgänger. In einem einzigen Milliliter Speichel schwimmen hundert Millionen Bakterien, Pilze und Viren. Diese Mikroorganismen fühlen sich in unserem Mund ausgesprochen wohl. Lauschige Zahnzwischenräume, saurer Zahnbelag und entzündete Zahnfleischtaschen sind wahre Keim-Oasen.

Liebesbisse sind gefährlich

Kein Wunder, dass Bisse durch Menschen häufig zu schweren Infektionen führen – weit häufiger als jene der eifrigsten Beisser: der Hunde. Jeder zweite Menschenbiss entzündet sich. Selbst wenn die Wunde oberflächlich scheint, können sich in der Tiefe des Gewebes exotische Erreger ausbreiten. Besonders verheerende Folgen haben Faustkämpfe, wo Zahn auf Knöchel trifft. In diesem Fall sind irreparable Schäden an Knochen und Sehnen der Hand häufig.

Doch der Mensch beisst nicht nur im Streit. Liebesbisse sind die zweithäufigste Biss-Kategorie unter Menschen – aus Scham häufig erst spät behandelt.

Beissen statt lachen

Der typische Beisser übrigens ist männlich und jung – so wie Luis Suarez, der bissfreudige WM-Fussballer aus Uruguay. Und er hat offensichtlich einen zentralen Schritt der menschlichen Evolution nicht nachvollzogen, nämlich die Umwandlung schnöder dentaler Aggression in ein sozial kompatibles Lachen. Denn was heute für Heiterkeit steht, ist nichts anderes als die über hunderttausende von Jahren kultivierte Form des urigen Zähne Zeigens. So wirksam, dass sich der Biss erübrigt. Nicht für alle, aber die meisten Vertreter unserer Art.