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Fünfmalklug Sind Tiere wie Menschen?

Tausende Wissenschaftler nehmen Jahr für Jahr die Tierwelt unter die Lupe und stossen dabei auf kuriose Parallelen zu uns Menschen. Bienen zum Beispiel bringen ihr Gehirn mit Koffein auf Trab und Lamas schlucken Medizin ebenfalls lieber mit etwas Zucker. Auch das Balzverhalten ist nicht unähnlich.

Ein Schimpanse schaut nachdenklich in die Kamera.
Legende: Wütend, traurig, nachdenklich: Schimpansen können uns Menschen ganz schön ähnlich sein. Keystone

Wenn mancher Mann beim Tanzen Eindruck schinden will, legt er sich besonders ins Zeug. Die Männchen der Graurücken-Leierschwänze stehen ihnen da in nichts nach. Sie beeindrucken die Vogeldamen mit variierenden Tanzschritten – immer passend zum Rhythmus ihres Balzgesangs. Denn der begabte Vogel kann als einzig bekanntes Tier der Welt gleichzeitig singen und dazu tanzen.

Eine Biene auf einer Blüte
Legende: Mit der richtigen Dosis Koffein erinnern sich Bienen dreimal länger an den Duft einer Futterpflanze. SRF

Nach durchtanzter Nacht hilft oft nur ein guter starker Kaffee. Auch Bienen hält Koffein auf Trab: Es verändert ihre Hirnstruktur und stärkt ihr Langzeitgedächtnis, fanden Forscher der britischen Universität Newcastle heraus. Und weil unsere Gehirne auf Ebene der Zellen, Proteine und Gene ähnlich funktionieren, könne man an Bienen erforschen, wie Koffein unser eigenes Gehirn und Verhalten beeinflusst.

Auch wenn Kinder Kaffee nur selten gerne trinken – während der Pubertät schauen sie es sich dann doch häufig von den Älteren ab. Ähnlich wie die Grünen Meerkatzen: Die kleinen Affen beobachten, welche Speisen ihre Artgenossen bevorzugen und greifen ebenfalls zu dieser Kost – auch wenn das ihren Vorlieben widerspricht. Das ergibt Sinn in der Natur, wo das Wissen der Einheimischen oft der beste Hinweis auf ein optimales Verhalten in ihrer Umgebung ist, schlussfolgern die Forscher.

Eine junge mit einer alten Meerkatze auf einem Baumstamm.
Legende: Was sie essen oder nicht schauen sich junge Meerkatzen bei den Älteren ab. Keystone

Bei wirklich ekligem Geschmack hilft oft nur noch ein Stückchen Zucker. Sonst spucken Kinder den bitteren Hustensaft gerne wieder aus – genau wie österreichische Lamas. Sie nehmen ihre Medikamente gegen Leber-Egel nur, wenn sie in einer wohlschmeckenden Paste gereicht werden.

Bei Kindern und auch bei Erwachsenen gibt es schlechte Verlierer. Aber auch im Reich der Schimpansen. Verzocken sie sich beim Glücksspiel, rasten sie aus. Wissenschaftler stellten die Tiere vor die Wahl: Bei der riskanten Option bekamen die Tiere entweder ihren Lieblingssnack oder ein Essen, das sie nicht mochten. Die sichere Option brachte immer ein mittelmässiges Futter. Die Affen zockten häufig um ihre Leibspeise. Verloren sie dabei, schlugen sie um sich, schrien und jammerten. Das mag den einen oder anderen an das letzte Gesellschaftsspiel im Familienkreis erinnern.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Lutz Bernhardt, Kreuzlingen
    Und ich sage Ja! 90% oder mehr unserer Entscheidungen gehen auf unser "tierisches" Vermächtnis zurück. Das "bisschen Intelligenz" aus den letzten 10'000? Jahren ist grossartig, wenn man es einzusetzen weiss. Die Verbreitung von Schlagworten wie "Populismus" beweist, dass davon im parktischen Leben nicht viel angekommen ist. Die Nazis betrachteten die "Arier" als überlegen. Ähnlich ist es, die "Weissen" als den "Schwarzen" überlegen hinzustellen. Sind "Menschen" den "Tieren" so weit überlegen?
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    1. Antwort von Martin Frei, Winterthur
      Ja sind sie Herr Bernhardt. Der Unterschied ist schlicht, dass Menschen deutlich abstrakter denken können. Was aber nicht heisst dass sie das immer tun. Das wird mir immer sehr deutlich, wenn ich über uns Menschen nachdenke. Einerseits bin ich stolz darauf, dass es ein Säugetier geschafft hat die Abstraktion auf ein sehr hohes Niveau zu bringen und gleichzeitig könnte ich vor Scham im Boden versinken wie unintelligent wir handeln.
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Die gestellte Frage beantworte ich mit Nein. Kein Tier geht mit seinem Lebensraum und seinesgleichen so destruktiv ans Werk, wie der Mensch. Die Frage sollte andersherum lauten. Sind Menschen wie Tiere? Antworten kann man dann: „Der Mensch hat in seiner Evolution viele tierische Eigenschaften beibehalten.“ Begründet darin, dass Tiere lange vor uns existierten und wir Nachzügler zu oft wider besseren Wissens durch rationalen Verstand, unseren Trieben Folge leisten. Jetzt darf man mich hauen.
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