Wann starben die Neandertaler aus?

Ein kleiner Teil seiner Gene steckt auch in uns: Der Homo neanderthalensis schaffte es nicht in die Neuzeit. Wann exakt er endgültig von der Bildfläche verschwand, hat eine neue Studie untersucht. Doch warum er ausstarb, bleibt ungeklärt.

Eine Ausstellungsbesucherin vor einer Vitrine mit der Rekonstruktion eines Neandertaler-Skelettes in Dresden.

Bildlegende: Aug in Aug: Eine Ausstellungsbesucherin vor einer Vitrine mit der Rekonstruktion eines Neandertaler-Skelettes in Dresden. Keystone

Die Neandertaler sind in Europa offenbar spätestens vor 39‘000 Jahren ausgestorben. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam, das Überbleibsel von 40 Orten von Spanien bis Russland untersucht hat – an Fundstätten von insgesamt drei steinzeitlichen Kulturen.

Bei der Analyse aller Daten kam heraus, dass die Neandertaler mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,4 Prozent vor 41‘030 bis 39‘260 Jahren ausstarben. Dass ihre Ergebnisse präziser seien als frühere Datierungen, begründen die Forscher mit genaueren Analyseverfahren. Zudem hätten sie ihre Methoden, neuzeitliche Verunreinigungen von prähistorischen Proben zu entfernen, verbessert.

Die Resultate sollen eine Frage klären, die Fachleute seit längerem umtreibt: Haben die Neandertaler in Südspanien womöglich länger überlebt als an anderen Orten in Europa? Dafür gibt es laut der aktuellen Studie keine Beweise – so wie für die Frage, warum der Neandertaler, der bis zu knapp 3000 Jahre mit dem Homo sapiens koexistierte, damals von der Erdoberfläche verschwanden.

Der Neandertaler

Die Bezeichnung geht auf das Neandertal nahe Düsseldorf zurück. Dort wurde 1856 in einem Steinbruch das erste Teilskelett dieses Menschen-Vorfahr gefunden. Lange war umstritten, in welchem Verhältnis diese Art zum Homo sapiens stand. Heute weiss man, das etwa zwei Prozent der Gene von Europäern vom ausgestorbenen Neandertaler stammen.