Wann wird ein Wolf abgeschossen?

Der Wolf in der Schweiz steht immer wieder im Rampenlicht. Grund ist vor allem seine Jagd nach Schafen. Hirten und die betroffenen Anwohner fordern meist einen Abschuss. Über Leben und Tod des Wolfs entscheiden aber Bund und Kanton.

Lebt er nicht zurückgezogen und ohne Schafe zu reissen in den Bergen, droht ihm der Tod.

Bildlegende: Der Wolf in der Schweiz: Lebt er nicht zurückgezogen und ohne Schafe zu reissen in der Wildnis, droht ihm der Tod. Reuters

Der Wolf gehört zu den «streng geschützten Tierarten» der Schweiz. Um ihn schiessen zu können, muss er einige Untaten begehen. Reisst ein Wolf mehrere Nutztiere wie Schafe oder Ziegen, gelten mehrere Kriterien: Zunächst muss mit grosser Wahrscheinlichkeit belegt sein, dass derselbe Wolf oder dasselbe Rudel innerhalb des Gebietes die Nutztiere gerissen hat. Trifft das zu, zählt man die Anzahl getöteter Tiere.

Ein Wolf darf nicht mehr als 25 Nutztiere innerhalb eines Monats und nicht mehr als 35 Nutztiere während vier aufeinander folgenden Monaten reissen. Welche der getöteten Schafe dem Wolf von den Behörden angerechnet werden und welche nicht, ist meist umstritten. Ein Schaf wird nur dann auf einen Wolf «gebucht», wenn die vom Bund geforderten Sicherheitsmassnahmen zum Schutz der Herde eingehalten wurden. So gibt es oft Zank zwischen Hirten und Behörden.

Sind alle Bedingungen für einen Abschuss erfüllt, kann noch die Liebe einen Wolf retten. Streift zwischen dem 1. April und dem 31. Juli eine Wolfsdame in den Wäldern des betroffenen Gebietes umher, empfehlen die Behörden, vom Abschuss abzusehen. Trifft das nicht zu, sind die Tage des Wolfes gezählt.

Quelle: Bundesamt für Umwelt (Bafu), Konzept Wolf

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Keine Wolfsfreien Zonen im Wallis

3:15 min, aus Schweiz aktuell vom 5.6.2013