Warum brauchen wir Salz?

Die Verwendung von Speisesalz ist umstritten: Es schmeckt uns zwar gut, steigert aber auch den Blutdruck und ist schlecht für das Bindegewebe. Warum ist der Mineralstoff dennoch lebenswichtig für uns?

Ein Häufchen Meersalz

Bildlegende: Warum brauchen wir Salz? Unser Essen ist zu salzig und Nachsalzen ist schlecht – oder doch nicht? Colourbox

Der Körper eines Erwachsenen enthält bis zu 300 Gramm Speisesalz. Über die Ausscheidung von Kot, Urin, Schweiss und auch Tränen verlieren wir täglich wieder bis zu drei Gramm davon. Dieser Verlust muss gedeckt werden – nur so können die Vorgänge, in denen Salz eine wichtige Rolle spielt, einwandfrei funktionieren: der Wasserhaushalt, die Erregbarkeit der Nerven und Muskeln, der Aufbau von Knochen und die Verdauung, denn Salz ist ein Bestandteil der Verdauungssäfte.

Zu viel Salz trocknet aus – zu wenig auch

Die schweizerische Gesellschaft für Ernährung rät, jodiertes und fluoridiertes Salz zu verwenden, mit diesem aber zurückhaltend umzugehen. Grundsätzlich neigen wir dazu, mehr als das Doppelte der nötigen drei Gramm – diese Menge hätten wir schon mit etwa 200 Gramm Brot gedeckt – zu konsumieren. Trotzdem bleibt unser Salzhaushalt normalerweise fast konstant.

Überwacht wird der Salzgehalt im Körper über Hormone. Zu viel Salz schadet uns grundsätzlich nicht, denn wir schwemmen es über den Urin wieder aus. Dies macht uns durstig, also trinken wir um den Wassermangel auszugleichen.

Wenn wir aber eine sehr grosse Salzmenge auf einmal essen, verliert der Körper bei seinem Versuch das Salz wieder loszuwerden, zu viel Wasser. Wenn wir hingegen weniger als zwei Gramm pro Tag essen, verlieren wir das Durstgefühl. Beide Extremsituationen haben also die gleiche fatale Folge: Wir vertrocknen.

Appetit auf Salz:

Das «weisse Gold» wurde Salz früher genannt – damals war es bei uns schwierig an Salz zu kommen. Ähnlich den Belohnungsmechanismen, die durch Drogen aktiviert werden, belohnt der Körper auch die Aufnahme von Salz: Es kommt zur Ausschüttung des «Glückshormons» Dopamin. Neben der geschmacklichen Komponente erklärt dies, warum wir gerne nachsalzen.