Warum gibt es einen Suppentag?

Das Prinzip ist einfach: Über 20 Schweizer Spitzenköche bereiten eine feine Suppe zu, die Schweizer Prominenz schenkt sie aus, und die Bevölkerung kann essen – und spenden, so viel sie will. Seit zehn Jahren schon wird im November der Schweizer Suppentag begangen. Zuerst aus Not, heute als Zeichen.

Eine Frauenhand schöpft Suppe aus einem grossen Topf.

Bildlegende: Minestrone für einen guten Zweck: Auch heute schenkten wieder viele freiwillige Prominente Suppe für einen guten Zweck aus. SRF

Die Aktion lohnt sich. Letztes Jahr wurden genau 3'564,5 Liter Suppe verspeist, 124'028 Franken Spendengelder kamen zusammen. Den Erlös nutzt die Initiatorin des Suppentages, die Schweizer Tafel, für ihre Logistik und Infrastruktur. An die 3674 Tonnen Lebensmittel verteilt sie jedes Jahr an verschiedene Institutionen, die sie dann an bedürftige Schweizer weitergibt.15 Tonnen Lebensmittel täglich, das entspricht etwa 37'000 Mahlzeiten.

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Prominente Suppenkasper

3:14 min, aus Glanz & Gloria vom 22.11.2012

Entstanden ist der Suppentag aus der Not heraus; der Schweizer Tafel war ein Finanzpartner abgesprungen. Eine Spendenaktion sollte die Lösung sein. Und weil schon die heilige Elisabeth, Landgräfin von Thüringen und bekannt als Wohltäterin der Armen, Suppe an die Bedürftigen verteilte, war die Idee für den Suppentag schnell geboren. Heute stehen die Finanzen nicht mehr im Vordergrund, sondern der Appell an die Solidarität.

Etwa jede 13. Person in der Schweiz war 2011 von Armut betroffen – das zeigen die aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Das sind rund 580‘000 Menschen. Über eine Million Menschen gelten als armutsgefährdet, also jeder siebte Schweizer. Die offizielle Armutsgrenze liegt für eine Einzelperson bei zirka 2200 Franken im Monat. 2011 lag das monatliche Einkommen einer Einzelperson durchschnittlich rund 480 Franken unter dieser Grenze.