Warum malen wir Eier an?

In den unterschiedlichsten Farben malen Kinder und Erwachsene über Ostern wieder Eier an. Das Eierbemalen ist ein Brauch, der schon vor mehreren Tausend Jahren gepflegt wurde. Die Eier hatten – zumindest früher noch – je nach Farbe eine spezielle Bedeutung.

Ein Kind mal ein Ei an.

Bildlegende: Um die Ostertage werden in der Schweiz deutlich mehr Eier gekauft als sonst – nicht zuletzt um sie selber anzumalen. Keystone

Das Ei gilt in verschiedenen Kulturen als Zeichen für Leben und Fruchtbarkeit. Das war schon in der Antike so. Damals wurden rot bemalte Eier als Fruchtbarkeitssymbole verschenkt. Die Farbe Rot stand für Kraft und Liebe. Auch die frühen Christen bemalten Eier mit roter Farbe, die allerdings das Blut Christi symbolisieren sollte. Das Ei wurde im Christentum gerne als Sinnbild für den Tod und die anschliessende Auferstehung von Christus verwendet, weil es als scheinbar lebloser Gegenstand schliesslich doch Leben hervorbringt.

Weil Eier damals während der 40-tägigen Fastenzeit nicht gegessen werden durften, kochten die Menschen sie ab, um sie haltbar zu machen. In Überlieferungen heisst es, dass die gekochten Eier bemalt wurden, um sie von den rohen zu unterscheiden. An Ostern, also am Ende der Fastenzeit, wurden die angesammelten Eier gegessen, verschenkt oder teilweise als Zahlungsmittel verwendet, um Steuern zu begleichen.

Neben der häufig verwendeten Farbe Rot, wurden die Eier später auch mit weiteren Farben angemalt, die je nach Kultur unterschiedliche Bedeutungen hatten. So stand Gelb für den Wunsch nach Erleuchtung und Weisheit oder Grün für Jugend und Unschuld. Grün galt ausserdem, wie auch heute noch, als Farbe der Hoffnung. Die Eier golden anzumalen war in Osteuropa verbreitet – als Zeichen der Kostbarkeit. Auch die Muster auf den Eiern hatten Bedeutungen: Geschlossene Linien standen für das ewige Leben. Punkte oder Tropfen für die Tränen Marias und Dreiecke für die Dreifaltigkeit.