Warum muss man beim Zwiebelschneiden weinen?

Zwiebeln schneiden ist nicht jedermanns Sache: Die Augen brennen, Tränen fliessen, verschwommen sieht man, was das Messer hackt. Was für uns störend wirkt, ist ein natürlicher Schutzmechanismus der Zwiebel vor tierischen – und menschlichen – Angreifern.

Messer durchschneidet eine Zwiebel

Bildlegende: Ungeliebte Arbeit: Zwiebeln schneiden reizt unsere Augen. Keystone

Hält man sich Zwiebeln ungeschält und ungeschnitten vor die Augen, passiert nichts. Weinen muss man erst, wenn die Zwiebel angeschnitten wird. Dann wird die Zellstruktur der Zwiebel zerstört und zwei Inhaltsstoffe vereinigen sich zu einer reizbaren Mischung.

Wenn die schwefelhaltige Aminosäure Iso-Alliin mit dem Enzym Alliinase in Kontakt kommt – beide Namen leiten sich vom lateinischen Wort Allium, Zwiebel, ab – entsteht die Substanz, die unsere Schleimhäute reizt, das Propanthiol-S-Oxid. Dieser beissende Stoff verdunstet und steigt uns beim Schneiden der Zwiebel in die Augen. Die reagieren auf die Reizung und aktivieren die Tränendrüsen, damit unsere Augen wieder ausgewaschen werden.

Der ätzende Stoff lässt auch Tiere nicht kalt. Propanthiol-S-Oxid ist ein wirksamer Schutz der Zwiebel gegen hungrige Nager wie Ratten oder Wühlmäuse. Sie werden abgeschreckt, sobald sie in die Zwiebel beissen. Damit wir vor Tränen verschont bleiben, zwei Tipps: Zwiebel vor dem Schneiden in den Kühlschrank stellen oder mit kaltem Wasser abspühlen, da die Aktivität der Reizstoffe bei niedrigen Temperaturen gesenkt werden kann.

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