Warum sind alle Autos grau?

Gut ein Drittel der Schweizer Autos sind grau, in all seinen Nuancen. Auch der Rest scheint nicht viel farbenfroher – von seltenen Rotsprenkeln abgesehen. Was macht die Autofarbe Grau so begehrenswert? Und werden unsere Strassen bald wieder bunter?

Ein Autostau auf eine Schweizer Autobahn mit lauter grauen Autos.

Bildlegende: Grau in Grau: Stau auf Schweizer Autobahnen – bald sollen hier mehr naturnahe Autofarben zu sehen sein. Keystone

1‘532‘893 PKW in der Schweiz sind grau, glatte 35,5 Prozent. Natürlich in allen Schattierungen, von Silber über Anthrazit bis hin zu Metallicgrau. Grau ist  klassisch und unauffällig, eine Art Kompromissfarbe, die sich deshalb auch gut wiederverkaufen lässt. Auch sonst geht es auf Schweizer Strassen nicht gerade bunt zu: 19,6 Prozent der Wagen sind schwarz und 17,4 Prozent blau, wobei dunkelblau weitaus häufiger ist als hellblau.

In den 1990er-Jahren wurden diese dezenten Töne zum Trend, sie signalisierten Fortschritt und Modernität. Die jedoch wird mittlerweile auch durch Weiss symbolisiert. Noch bis vor wenigen Jahren war diese Farbe Monteuren und anderen Firmenwagen vorbehalten. Nun ist sie chic und machte 20 Prozent der Neuzulassungen 2011 aus. Damit klettert die Farbe auf Platz 4, noch vor Rot.

Die trendigsten Lackierungen der Zukunft sieht die Autoindustrie aber ganz woanders. Naturfarben sind im Kommen: Braun sieht man bereits jetzt häufiger, aber auch Bronze, Blau und vor allem Grün sollen in den nächsten vier bis fünf Jahren beliebter werden – so lange dauert es etwa bis eine Trendfarbe auf den Strassen wahrnehmbar ist. Neben der Natur wird laut Fachleuten der individuelle Ausdruck zelebriert und emotionalen Farben der Einzug vorausgesagt. Verschwinden dürften Silbergrau und Schwarz deshalb nicht – sie werden weiterhin unser Strassenbild prägen.

Quelle: Auto-i-DAT/ASTRA-mofis 2009/2010/2011/2012; BASF Coatings