Warum sind manche Tiger weiss?

Weisse Tiger faszinieren die Menschheit seit Jahrhunderten. Ihr Fell regte zu allerlei mythischer Bewunderung an. Sie wurden gejagt und gezüchtet – heute existieren die Tiere nur noch im Zoo. Nun ist endlich klar, wo die Ursache für das weisse Fell liegt.

Eine brüllende Tigerdame.

Bildlegende: Heute nur noch im Zoo: Das besondere Fell der weissen Tiger macht sie seit Jahrzehnten zur begehrten Attraktion. Reuters

Das Fell der Tiger ist schneeweiss, doch richtige Albinos sind sie nicht. Ihre schwarzen Streifen, die blauen Augen und die rosa Nasen beweisen es. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass eine Mutation in dem Pigment-Gen SLC 45A2 für das besondere Aussehen der weissen Tiger verantwortlich ist. Sie schaltet rote und gelbe Pigmente aus, schwarze aber nicht – daher die dunklen Streifen. Die genetische Veränderung wird rezessiv vererbt: Sowohl Vater als auch Mutter müssen sie besitzen, damit sie beim Nachwuchs zum Vorschein kommt.

Eine weisse Tiger-Dame und ihr Junges.

Bildlegende: Von den Eltern vererbt: Eine weisse Tiger-Dame mit ebenso weisser Nachkommenschaft. Keystone

Ursprünglich stammen die weissen Tiger vom indischen Subkontinent. Sie sind eine sehr seltene Variante des Bengalischen Tigers, dessen Fell eigentlich orangefarben ist. 1950 entdeckte der Maharadscha von Rewa einen Tiger mit weissem Fell und schwarzen Streifen auf einer Jagd und begann eine Züchtung. Die meisten der heutigen weissen Tiger sind seine Nachkommen. Das letzte frei lebende Exemplar wurde schon 1958 erlegt.

Lange dachten Forscher, der Gendefekt, der zu einem weissen Fell führt, sei auch Schuld an den vielen gesundheitlichen Problemen der weissen Tiger. Jetzt, wo bewiesen ist, dass der Defekt ein Pigment-Gen betrifft, ist klar, dass die vermehrten Totgeburten, frühzeitigen Tode oder Missbildungen durch die anhaltende Inzucht hervorgerufen wird.