Was kostet der Klimawandel an den Küsten?

Der Meeresspiegel steigt – und mit ihm die Gefahr von Überflutungen in aller Welt. Forscher haben versucht, die drohenden Kosten für mehr als 130 Küstenstädte zu berechnen.

Malé, die Hauptstadt der Malediven, in einer Aufnahme aus der Luft.

Bildlegende: Rund ein Meter über dem Meeresspiegel: Malé, die Hauptstadt der Malediven, ist vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht. Shahee Ilyas / Wikipedia

Die globale Erwärmung lässt nicht nur Eisschilde und Gletscher schmelzen, sondern sorgt auch dafür, dass sich das Meerwasser ausdehnt, so dass es mehr Platz braucht. Der Anstieg, der heute bei mehr als 3 Millimetern pro Jahr liegt, macht Experten auf lange Sicht Sorgen. Um fast 60 Zentimeter könnte der Meeresspiegel von der Jahrtausendwende bis zum Ende unseres Jahrhunderts steigen, hiess es 2007 in Szenarien des IPCC-Klimaberichts – alarmierende Resultate, die andere Forscher noch für untertrieben halten: Unter extremen Bedingungen könne das Meer sogar zwei Meter höher liegen als heute. Land unter? Wer weiss.

Sicher ist: Die Kosten steigen mit, wie neue Analysen der Weltbank für 136 grosse Hafenstädte in aller Welt zeigen. Hatten die Flutschäden dort 2005 noch bei 6 Milliarden Dollar pro Jahr gelegen, rechnen die Experten damit, dass sie 2050 weltweit auf über eine Billion Dollar steigen. Besonders gefährdet: Chinas Metropole Guangzhou, die über den Perlfluss mit dem Südchinesischen Meer verbunden ist. Dort dürften Flutschäden pro Jahr rund 13 Milliarden Dollar kosten. Auch Mumbai in Indien und Miami oder New York finden sich auf der Rangliste weit oben.

In diesem Licht erscheint es für einmal als Glücksfall, dass die Schweiz keine Küsten hat. Um andernorts vorzubeugen, empfehlen die Weltbank-Experten, frühzeitig in Schutzbauten zu investieren. Was höhere Deiche oder Flutwehre kosten werden? Jede der 136 Hafenstädte müsse mit durchschnittlich 350 Millionen Dollar pro Jahr rechnen, heisst es – ein Zahlenspiel, das freilich verschweigt, dass vor allem arme Länder am Klimawandel am meisten leiden werden.