Was macht die Schweizer Garde ohne Papst?

Dass ein Papst zurücktritt, ist in der gut 500-jährigen Geschichte der Schweizer Garde noch nie vorgekommen. Eigentlich ist die Aufgabe der rot-blau-gold uniformierten Gardisten, ihn rund um die Uhr zu beschützen. Doch arbeitslos sind die Leibwächter nach seinem Rücktritt nicht.

Mitglieder der Schweizergarde treten in Reih und Glied im Vatikan an.

Bildlegende: Unverheiratet, zwischen 19 und 30 Jahre alt, katholisch: Für die Mitglieder der Schweizergarde gelten besondere Vorschriften und Regeln. Keystone

Als letzten Akt hatten die Schweizer Gardisten den emeritierten Papst Benedikt XVI noch sicher in die  Sommerresidenz nach Castelgandolfo gebracht – danach war die vatikanische Polizei für seine Sicherheit zuständig. Die Gardisten kehrten in den Vatikan zurück, denn dort warten neue Aufgaben. Für die Zeit des leeren heiligen Stuhls haben sie dem Camerlengo, dem Chef des Kardinalskollegiums, ihren Eid geschworen. Bis zur Wahl des neuen Papstes sind sie nun für den Schutz der 115 zur Wahl angereisten Kardinäle verantwortlich. Während des Konklave gewährleisten sie deren Sicherheit in der Unterkunft und der Sixtinischen Kapelle, wo die Papstwahl stattfindet.

Sobald der neue Papst im Amt ist, heisst es für die Schweizer Garde wieder: Dienst nach Vorschrift: Sie kontrollieren die Eingänge der Vatikanstadt und bewachen den Apostolischen Palast, die offizielle Residenz des Papstes. Als Leibwächter des Heiligen Vaters jedoch werden ausschliesslich Gardisten in Kaderfunktionen eingesetzt, die professionell ausgebildet werden.

Gardist kann nur werden, wer katholisch, männlich und zwischen 19 und 30 Jahre alt ist. Zudem unverheiratet, mindestens 1,74 Meter gross und natürlich Schweizer Staatsbürger. Mit dem Eintritt in die Schweizergarde verpflichten sich die jungen Männer, mindestens 25 Monate zu dienen. Gemeinsam wachen sie 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr über die Sicherheit des Papstes. Der Dienst dauert mitunter 70 Stunden die Woche. Doch für das Privileg, dem Papst so nahe zu sein, nehmen Gardisten die harten Bedingungen in Kauf.

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Letzter Gruss an die Gläubigen

4:53 min, aus 10vor10 vom 28.2.2013