Was macht eine Ameise zur Königin?

Arbeiterinnen in Ameisen-, Hummel- oder Wespenvölkern können Eierstöcke entwickeln – falls keine Königin da ist. Anderenfalls bleiben sie unfruchtbar, weil ihre Chemie nicht stimmt.

Eine Ameisenkönigin sitzt auf einem Blatt.

Bildlegende: Ameisenkönigin: In ihrem Volk ist sie allein verantwortlich für die Produktion von Nachwuchs. Colourbox

In sozialen Insektenvölkern ist es das Privileg der Königinnen, für Nachwuchs zu sorgen. Ein belgisches Forscherteam hat das chemische Profil der Königinnenhaut von Ameisen, Wespen und Hummeln untersucht. Das Ergebnis: Die Königinnen sozialer Insektenvölker produzieren langkettige gesättigte Kohlenwasserstoffe im Überfluss. Und genau diese Stoffe sorgen dafür, dass Arbeiterinnen dieser Völker unfruchtbar bleiben und sich um Nahrungsbeschaffung und Brutpflege kümmern.

Testeten die Forscher solche Verbindungen an Gruppen von Arbeiterinnen ohne Königin, so blieben diese steril. Doch ohne diese Stoffe entwickelten viele der Arbeiterinnen wieder fruchtbare Eierstöcke.

Die Stoffklasse dieser Kohlewasserstoff-Moleküle wurde bei Königinnen von insgesamt 64 Arten von sozialen Insekten gefunden. Die Forscher glauben deshalb, dass die Stoffe schon sehr früh in der Evolution die Funktion übernommen haben, Arbeiterinnen unfruchtbar zu halten. Genauer: Vor 145 Millionen Jahren.