Was nützt ein Silberlöffel in der Sektflasche?

Zum Jahreswechsel knallen die Korken wieder. Wird eine Flasche nicht ganz leer getrunken, kommt häufig die Idee, einen Silberlöffel in den Flaschenhals zu stecken. In den Kühlschrank gestellt, soll so die Kohlensäure länger drin bleiben.

Flasche wird geöffnet.

Bildlegende: Sekt oder Champagner: Beliebt, um am Silvester anzustossen. Colourbox

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Silberlöffel in der Sektflasche nützt für den Geschmack rein gar nichts. Etliche Mess- und Geschmackstests haben zu diesem Ergebnis geführt. Woher kommt dann dieser Mythos, der sich seit Jahrzehnten hält?

Wahrscheinlich liegt es an den physikalischen Eigenschaften eines Silberlöffels. Denn Silber ist ein ausgezeichneter Wärmeleiter. Daher kam ursprünglich die Annahme, dass der Löffel die warme Luft in der Flasche sofort ableitet und somit der Sekt schneller abkühlt. Das wiederum würde dafür sorgen, dass die Kohlensäure länger im Sekt bleibt, weil CO2 in kühlen Flüssigkeiten langsamer ausperlt. Doch dieser Effekt ist in Tat und Wahrheit so gering, dass im Gegensatz zu einer Flasche ohne Silberlöffel kein geschmacklicher Unterschied entsteht.

Statt eines Silberlöffels empfehlen Experten: Sekt oder Champagner mit einem Druckverschluss verschliessen und in den Kühlschrank stellen. So bleibt die Kohlensäure länger in der Flasche. Und Oxidationsreaktionen, die bei einer offenen Flasche stattfinden, und sich negativ auf den Geschmack auswirken, werden verringert. Aber selbst mit Druckverschluss sollten einmal geöffnete Flaschen Sekt oder Champagner möglichst innerhalb von 24 Stunden getrunken werden – sonst bleibt der prickelnde Genuss plötzlich aus.