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Fünfmalklug Welche Abstimmungsvorlage erreichte die höchste Stimmbeteiligung?

In der Schweiz liegt die durchschnittliche Stimmbeteiligung der letzten Jahrzehnte bei etwas mehr als 40 Prozent. Das ist wenig: Zwischen 1931 und 1950 lag sie noch bei 60,5 Prozent. Noch deutlich höher liegt die Rekordbeteiligung – auch die ist allerdings schon eine Weile her.

Ein älteres Ehepaar begibt sich in ein Stimmlokal.
Legende: Der persönliche Gang an die Wahlurne gehört für viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern auch heute noch dazu. Keystone

Am 3. Dezember 1922 hatten die Schweizer einen guten Grund an die Urne zu gehen. Schliesslich verlangte eine Volksinitiative, dass die Bürger eine einmalige Vermögensabgabe entrichten. Diese sollte von Bund, Kantonen und Gemeinden genutzt werden, «um die Erfüllung der sozialen Aufgaben zu ermöglichen». Das Begehren bewegte die Gemüter und sorgte für eine Stimmbeteiligung von 86,3 Prozent – bis heute ein Rekordwert. Die Initiative erhielt mit 87 Prozent Nein-Anteil eine vernichtende Abfuhr.

Dass der Nein-Anteil noch deutlich grösser sein kann, beweist die Volksinitiative «Getreideversorgung». Die Initiative fiel nicht auf fruchtbaren Boden: 97,3 Prozent Nein-Stimmen lautete 1929 das Verdikt. Das lag jedoch nicht an einer verqueren Initiativen-Idee, sondern am überzeugenden Gegenentwurf, der deutlich angenommen wurde. Der höchste JA-Anteil seit 1848 geht auf das Jahr 1915 zurück. Knapp ein Jahr nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der Bundesbeschluss «Erlass eines Artikels der Bundesverfassung zur Erhebung einer einmaligen Kriegssteuer» von 94,3 Prozent der Stimmenden abgesegnet. Ebenfalls zu den Spitzenreitern gehört die Vorlage, welche Rätoromanisch als Nationalsprache in der Verfassung verankern wollte. 91,6 Prozent der Bevölkerung stimmten zu.

Werte über der 90-Prozent-Marke waren aber immer eine Seltenheit und dürften auch heute sehr schwer zu erreichen sein. In den letzten zwei Jahrzehnten kam dies kein einziges Mal mehr vor. Nahe dran war einzig der praktisch unumstrittene Bundesbeschluss über die Regelung von Geldspielen im letzten Jahr, der 87,1 Prozent Zustimmung erhielt.

Quelle: Bundesamt für Statistik, Abstimmungsstatistik 1848-2012

8 Kommentare

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  • Kommentar von Tina Hochstrasser, Horgen
    Hei Leute aus Fehlern lernen wir - lustvoll sinnvoll scheitern eine grosse Chance gescheiter zu werden, aber man muss hinsehen - reflektieren mit einem Lächeln im Knopfloch über die eigene Fehlbarkeit. und so einfach ist Korrektur heute, warum sich die Politik damit so schwer tut, wissen die Götter..
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  • Kommentar von felix schwaibold, zürich
    wieso gibt es in die Schweiz immer noch kein Stimmrechtsalter 16 mann sollte unbedingt das Stimmrechtsalter auf 16 Jahre senken somit z.b für die nächste Abstimmung vom 3 März auch alle Schweizer jugendliche die im Zeitraum vom 4.3.95 von 3 3.97 auch das recht haben zu abstimmen und eine stimme zu geben der Kanton Neunburg wird sich im verlauf von diesen Semester sich mit dieses Thema befassen Glarus hat das schon am 6.5 2007 eingeführt ich selber als habe genug auf den 28.9.08 warten zu mus...
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    1. Antwort von S. Nogler, Bever
      Nein! Wenn unser Schulsystem die Kinder immer früher einschult, um ihnen mit ihren Doktrinen so zu manipulieren, dass sie so denken, wie die Mächtigen dieses Landes wollen, heisst dies noch lange nicht, dass diese Kinder wirklich früher Entscheidungsfähig werden - dafür braucht es nämlich kritisches Denken. Die nationalen Schulleitern (d.h. Politiker) setzen alles daran, dass die Kinder kritisches Denken nicht mehr lernen und somit verblöden d.h. alles umsetzen, was die Politik will.
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  • Kommentar von Thomas Koller, Wabern
    Wo bleibt da die Fairness? Ursprünglich hiess es in Ihrem Text "Am 3. Dezember 1922 hatten Herr Schweizer und Frau Schweizer einen guten Grund an die Urne zu gehen." Dass Sie den Text nach einem ironischen Kommentar ändern, zeugt nicht gerade von guten Stil.
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    1. Antwort von A. Planta, Chur
      Guter Stil ist Geschmackssache, ich finde es nicht verwerflich wenn ein Text korrigiert wird. Jetzt stimmt er jedenfalls.
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    2. Antwort von JoeCH, Basel
      Häh?!?!? Was hat das denn mit Fairnessverletzung zu tun, wenn eine offensichtlicher Fehler korrigiert wird? Bitte erklären. Die Brisanz kann ich hier nicht erkennen?
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